Microsoft zahlt 250 Millionen US-Dollar im Aktionärsstreit um Activision-Blizzard-Übernahme

Microsoft hat sich im Rechtsstreit mit früheren Aktionären von Activision Blizzard auf einen Vergleich in Höhe von 250 Millionen US-Dollar geeinigt. Die Klage stand im Zusammenhang mit der Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft und wurde von dem schwedischen Pensionsfonds Sjunde AP-Fonden, kurz AP7, angeführt. Der Vergleich steht noch unter dem Vorbehalt der finalen Zustimmung durch den Delaware Court of Chancery.

Klage richtete sich gegen frühere Activision-Blizzard-Führung

Im Zentrum der Klage standen Vorwürfe gegen frühere Führungskräfte von Activision Blizzard, darunter der damalige CEO Bobby Kotick. Den Verantwortlichen wurde vorgeworfen, ihre treuhänderischen Pflichten gegenüber den Aktionären verletzt zu haben. Konkret ging es um den vereinbarten Übernahmepreis von 95 US-Dollar je Aktie. Aus Sicht der Kläger hätte ein höherer Preis erzielt werden können.

Die Klägerseite argumentierte, Kotick habe den Verkauf zu schnell vorangetrieben, um seine eigene Position und mögliche finanzielle Vorteile zu sichern. Im Raum standen dabei unter anderem Ansprüche und Leistungen in dreistelliger Millionenhöhe. Microsoft und Kotick wiesen die Vorwürfe zurück. Der Vergleich erfolge laut Microsoft, um die weitere Belastung durch das Verfahren zu vermeiden.

Microsoft übernimmt 40 Prozent der Vergleichssumme

Von den 250 Millionen US-Dollar trägt Microsoft 40 Prozent. Die übrigen 60 Prozent sollen über die Directors-and-Officers-Haftpflichtversicherungen der beteiligten Manager abgedeckt werden. Umgerechnet entspricht die Summe etwa 30 US-Cent je früherer Activision-Blizzard-Aktie.

AP7 bezeichnete die Zahlung im Rahmen des Vergleichs als angemessen. Gleichzeitig enthält die Einigung mehrere Klarstellungen zu früheren Vorwürfen gegen Activision Blizzard. Unter anderem wird darauf verwiesen, dass bestimmte Anschuldigungen aus früheren Verfahren und Medienberichten nicht durch ein Gericht oder eine unabhängige Untersuchung bestätigt worden seien.

Übernahme wurde 2023 abgeschlossen

Microsoft hatte die Übernahme von Activision Blizzard im Januar 2022 angekündigt. Nach längeren kartellrechtlichen Prüfungen, unter anderem durch die britische Competition and Markets Authority, wurde der Deal im Oktober 2023 abgeschlossen. Mit Activision Blizzard gehören seitdem Marken wie Call of Duty, Diablo, Warcraft und Overwatch zur Xbox-Sparte.

Der Zusammenschluss galt als einer der größten Deals der Videospielbranche. Regulierungsbehörden prüften vor allem, ob Microsoft durch die Kontrolle über Call of Duty einen marktverzerrenden Vorteil gegenüber Wettbewerbern wie Sony oder Nintendo erhalten könnte. Ein wesentlicher Punkt war dabei die künftige Verfügbarkeit der Reihe auf konkurrierenden Plattformen.

Mit dem Vergleich wird ein weiterer juristischer Nachlauf der Übernahme beendet. Die Zustimmung des Delaware Court of Chancery bleibt jedoch noch aus.

Weitere News

Weitere News

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein