Microsoft soll Entwicklern ein Dokument zu den nächsten Xbox-Geräteklassen geschickt haben. Der Bericht von The Verge beschreibt darin Project Helix, Xbox-PCs und Handhelds als Plattformen, auf denen künftig auch Xbox-360-Spiele laufen könnten. Microsoft hat die Angaben und den Zeitplan bisher nicht offiziell bestätigt.
Dem Dokument zufolge soll Helix neben Xbox-Konsolenspielen auch PC-Spiele ausführen. Xbox-PCs werden als Windows-Rechner mit Xbox-Diensten beschrieben, während Handhelds je nach Gerät Konsolen- oder PC-Spiele unterstützen könnten. Die Angaben stammen aus einem an Entwickler versandten Dokument und sind deshalb nicht mit einer Produktankündigung gleichzusetzen.

Drei Geräteklassen für ein Xbox-Ökosystem
Die Beschreibung trennt zwischen stationärer Hardware, Windows-PCs und mobilen Geräten. Helix wäre die klassische Wohnzimmer-Hardware der nächsten Generation. Xbox-PCs würden die Xbox-Erfahrung auf standardisierte Windows-Rechner und speziell abgestimmte Systeme ausweiten. Handhelds bilden den mobilen Teil dieses Modells.
Für Studios würde sich die technische Planung damit stärker auf Betriebssystem, Eingabegeräte, Leistungsprofile und Zertifizierung verteilen. Ein gemeinsames Konto und eine gemeinsame Bibliothek könnten die Geräte verbinden, die konkrete Umsetzung bleibt aber offen.
Helix als Brücke zwischen Konsole und PC
Der Bericht von The Verge bestätigt die bereits bekannte Richtung, nach der Helix PC-Spiele ausführen soll. Damit wäre die Konsole nicht mehr nur ein geschlossenes Ziel für Konsolenversionen. Sie müsste Windows-Spiele, Xbox-Dienste, Treiber sowie die Bedienung mit Controller, Maus und Tastatur in einer gemeinsamen Umgebung zusammenführen.
Für Entwickler könnte eine solche Architektur gemeinsame APIs und weniger getrennte Builds bedeuten. Die bisherigen Hinweise zu Project Helix beschreiben die Annäherung von Konsole und PC, bestätigen aber nicht jedes Detail des nun von The Verge eingesehenen Dokuments.
Xbox-PCs und Handhelds
Bei den Xbox-PCs bleibt die Darstellung breit. Gemeint sein könnten normale Windows-PCs mit der Xbox-App, aber auch Geräte mit speziell abgestimmter Hardware. Für Handhelds nennt das Dokument je nach Modell Xbox-Konsolenspiele oder Xbox-PC-Spiele. Das muss nicht für jedes Gerät dieselbe technische Lösung bedeuten.
Entscheidend wäre, ob Microsoft eine gemeinsame Bibliothek über die Geräte hinweg anbieten kann. Für Studios würde das die Frage aufwerfen, welche Version eines Spiels auf welcher Hardware zertifiziert und wie die Eingabe angepasst wird.
Xbox-360-Spiele auf dem PC
Nach Angaben von The Verge sollen Entwickler ihre Xbox-360-Spiele künftig für Xbox-PCs, Helix und Handhelds freigeben können. Die Studios sollen dabei selbst festlegen, zu welchem Preis ein Titel angeboten wird und ob er in den Xbox Game Pass aufgenommen wird. Eine schrittweise Einführung ist für die Jahre 2027 und 2028 beschrieben, wobei Microsoft den Ablauf noch nicht öffentlich bestätigt hat.
Das Vorhaben knüpft an Xbox Backward Compatibility on PC an. Für die ursprüngliche Xbox soll die vollständige Freigabe laut dem Bericht bereits im Oktober 2026 starten, zunächst mit vier Spielen. Aus diesem ersten Programm folgt keine automatische Kompatibilität für die gesamte Xbox-360-Bibliothek.
Disc-to-Digital für Xbox-Spiele
Das von The Verge eingesehene Dokument beschreibt außerdem ein Disc-to-Digital-Programm. Wird eine Xbox-One- oder Xbox-Series-Disc in eine Konsole mit Laufwerk eingelegt, soll dadurch eine digitale Lizenz für das eigene Konto aktiviert werden. Die Lizenz könnte anschließend auf weiteren Xbox-Geräten genutzt werden, die Disc bleibt aber der Nachweis für die Berechtigung.
Wird die Disc weiterverkauft, geht die digitale Berechtigung dem bisherigen Besitzer wieder verloren. Eine öffentliche Beta war für Juli vorgesehen, die allgemeine Freigabe für August. Ob diese Termine noch gelten, ist offen.
Microsoft bestätigt die Details noch nicht
The Verge hat das Dokument nach eigenen Angaben von Microsoft für Entwickler erhalten. Eine offizielle Produktankündigung mit bestätigten Geräteklassen, Spielen und Terminen liegt dennoch nicht vor. Bezeichnungen wie Helix, Xbox-PCs und Handhelds sowie die genannten Zeitfenster sind deshalb als Planungsstand eines Dokuments zu verstehen. Inhalte und Zeitplan können sich bis zu einer öffentlichen Vorstellung ändern.
Die Meldung ergänzt die bisherigen Hinweise auf eine engere Verbindung von Xbox-Konsole und PC. Auch die Diskussion über Steam und Project Helix zeigt, dass Microsofts künftige Hardware nicht mehr isoliert betrachtet wird.
Update: Dieser Beitrag wurde nachträglich angepasst. Als Quelle dient nun der Bericht von The Verge, der das von Microsoft an Entwickler versandte Dokument eingesehen hat.

