gamescom 2023: Creator Ticket kaufen statt Akkreditierung

Die gamescom, als eine der größten und renommiertesten Gaming-Messen weltweit, zieht jährlich unzählige Besucher, Entwickler und Medienvertreter an. In diesem Zusammenhang hat sich jedoch eine besorgniserregende Praxis entwickelt: Seit Jahren werden Presse- und Creator-Tickets auf Plattformen wie Ebay zum Kauf angeboten. Diese Vorgänge werfen nicht nur ethische, sondern auch sicherheitstechnische Fragen auf.

Eine genaue Analyse der Online-Angebote lässt den Schluss zu, dass es sich bei einigen Verkäufern möglicherweise um Mitarbeiter der Messe selbst handelt. Dies würde bedeuten, dass es interne Akteure gibt, die im Widerspruch zu den offiziellen Richtlinien und im eigenen finanziellen Interesse handeln. Dies untergräbt das Vertrauen in die Integrität des Akkreditierungsprozesses und wirft Fragen nach internen Kontrollmechanismen und Schulungen auf.

Während der game Verband und die Koelnmesse in anderen Bereichen aktive Schritte zur Abschaltung und Anpassung von Community-Seiten unternehmen, scheint dieser Ticketmissbrauch weitgehend ignoriert zu werden. Ein deutlicher Hinweis kam vom Blogger und Twitch Streamer Huskynarr, der die Öffentlichkeit auf Twitter darüber informierte. Trotz kurzzeitiger Entfernung spezifischer Angebote von Ebay Kleinanzeigen, tauchen diese rasch wieder auf – ein Hinweis darauf, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen.

Die wiederholte Verfügbarkeit solcher Tickets – wie der Account des Verkäufers zeigt, bei dem ein Artikel sogar sechsmal für 199 € verkauft wurde – deutet auf eine anhaltende Praxis hin. Laut Huskynarr wurde das Problem bereits 2018 und 2019 sowohl an den Verband als auch an die Koelnmesse herangetragen, jedoch ohne sichtbare Gegenmaßnahmen.

Die Konsequenzen dieses unregulierten Ticketverkaufs sind vielfältig und besorgniserregend:

  1. Sicherheitsrisiken für Creator und Unternehmen: Ein unkontrollierter Verkauf von Presse- und Creator-Tickets birgt das Risiko, dass Stalker, feindselige Individuen oder Personen mit unlauteren Absichten Zugang zur Messe erhalten. Dies kann zu persönlichen Gefährdungen führen und die Sicherheit der Veranstaltung insgesamt beeinträchtigen.
  2. Gefahr von Leaks: Mit einem solchen Ticket haben Individuen Zugang zu exklusiven Presseveranstaltungen und Vorführungen. Dies erhöht das Risiko von vorzeitigen Leaks, was schwerwiegende finanzielle und reputative Folgen für Entwickler und Publisher haben kann.
  3. Unfairer Wettbewerb: Während echte Content Creator und Journalisten einen legitimen Anspruch auf solche Tickets haben, ermöglicht der unkontrollierte Weiterverkauf anderen, sich unrechtmäßig Vorteile zu verschaffen. Dies untergräbt den Wert der offiziellen Akkreditierung und stellt den gesamten Prozess in Frage.

Die moralischen und ethischen Implikationen sind offensichtlich, doch ob es sich um strafbare Handlungen handelt, bleibt zu prüfen. Trotzdem bleibt es ein dringendes Anliegen, das angegangen werden muss, um die Integrität der gamescom und die Sicherheit ihrer Teilnehmer zu gewährleisten.

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