Microsoft hat sich bei Call of Duty erstmals auf eine grundsätzliche Linie festgelegt: Der nächste Teil der Shooter-Reihe soll direkt zum Verkaufsstart im Xbox Game Pass verfügbar sein. Das berichtete zunächst das Wall Street Journal, bevor Microsoft die Entscheidung am 28. Mai 2024 offiziell bestätigte. Betroffen ist der damals noch unangekündigte Titel Call of Duty: Black Ops 6 von Treyarch und Raven Software.
Bereits auf der Promotion-Website des Abo-Dienstes hatte Microsoft mit dem Versprechen geworben, neue Versionen großer Titel direkt zum Release anzubieten, darunter Blockbuster wie Forza Motorsport, Senua’s Saga: Hellblade 2 oder Indiana Jones und der Große Kreis. Bei Call of Duty war diese Zusage bislang jedoch offen geblieben, da die Reihe üblicherweise Ende Oktober oder Anfang November erscheint und für den Konzern hohe Einzelverkaufserlöse zwischen 70 und 80 Euro pro Exemplar generiert. Laut Wall Street Journal war der Entscheidung eine interne Debatte vorausgegangen, ob Call of Duty von der Day-One-Regel ausgenommen werden sollte.
Über eine Push-Nachricht in der Game-Pass-App informierte Microsoft seine Abonnenten zunächst darüber, dass Call of Duty: Black Ops 6 pünktlich zum offiziellen Release in der Flatrate verfügbar sein werde, ohne zu diesem Zeitpunkt bereits ein konkretes Datum zu nennen. Am Nachmittag des 28. Mai 2024 machte Microsoft die Zusage dann offiziell: Abonnenten von PC Game Pass und Xbox Game Pass Ultimate können Black Ops 6 direkt zum Launch herunterladen und spielen. Offen blieb zunächst, welche Spielversion konkret im Abo enthalten ist und wie stark sie sich von kostenpflichtigen Premium-Ausgaben mit In-Game-Währung und kosmetischen Upgrades unterscheidet. Weitere Details zum Titel und zum genauen Erscheinungstermin waren für den Xbox Games Showcase am 9. Juni 2024 angekündigt.
Kalkül hinter der Entscheidung
Microsoft sieht in der Grundsatzentscheidung offenkundig ein Marketinginstrument, um zuletzt stagnierende Abonnentenzahlen zu stabilisieren. Nach eigenen Angaben war der Bestand durch die Umwandlung von Xbox-Live-Gold-Abos zuvor auf 34 Millionen Mitgliedschaften gewachsen. Zudem verschafft sich Microsoft damit einen klaren Unterschied zur PlayStation-5-Version von Call of Duty, die weiterhin regulär ab 70 Euro verkauft wird. Als wahrscheinlichste Variante galt zum Zeitpunkt der Ankündigung, dass im Abo lediglich eine Basisversion des Spiels enthalten sein würde, ähnlich wie zuvor beim Bethesda-Rollenspiel Starfield gehandhabt. Nicht ausgeschlossen wurde zudem, dass Microsoft die Entscheidung zum Anlass für eine weitere Preiserhöhung des Xbox Game Pass nehmen könnte, nachdem die Tarife zuletzt im Sommer 2023 gestiegen waren.
