Der frühere id-Software-Produzent Andrew Willis kritisiert die Umsetzung von Xbox Game Pass und die Aufnahme von DOOM: The Dark Ages in das Abo. Im Interview mit Kiwi Talkz beschreibt er aus seiner damaligen Arbeit fehlende Klarheit darüber, welche Ziele das Spiel für den Dienst erfüllen sollte. Seine Aussagen sind eine persönliche Bewertung, keine veröffentlichte Wirtschaftlichkeitsrechnung von Microsoft.
Ab Minute 35:30 diskutiert Willis, ob Spielzeit, Installationen oder die Bindung von Abonnenten als Erfolgsmaßstab dienen. Ihm und vielen Kollegen seien keine entsprechenden Zielvorgaben kommuniziert worden. Damit beschreibt er seinen eigenen Informationsstand. Daraus folgt nicht, dass Microsoft konzernweit keine Kennzahlen erhoben hat.
Nutzen für das Entdecken kleinerer Spiele
Willis lehnt Spiele-Abonnements nicht grundsätzlich ab. Er habe über Game Pass selbst Indie-Spiele ausprobiert, die er sonst möglicherweise nicht gekauft hätte. Ein stärker auf das Entdecken solcher Titel ausgerichtetes Angebot hält er für nachvollziehbar. DOOM: The Dark Ages hätte aus seiner Sicht dagegen nicht Teil des Abos sein sollen.
Zusammenhang mit Entlassungen bleibt unbewiesen
Auf die Frage nach möglichen Folgen für den Stellenabbau bei id Software sagt Willis ab etwa Minute 39:50 ausdrücklich, ihm sei ein solcher Zusammenhang nicht mitgeteilt worden. Er vermutet zwar Auswirkungen des Abos auf Verkäufe, bezeichnet seine Erklärung für die Personalentscheidungen aber selbst als Spekulation. Belastbare Zahlen zu entgangenen Verkäufen oder dem wirtschaftlichen Beitrag von DOOM zum Abo legt er nicht vor.
Ein anderes Produktionsmodell schilderte zuletzt Denshattack-Entwickler Undercoders: Dort reduzierte der Game-Pass-Vertrag nach Angaben des Studios einen Teil des Finanzierungsrisikos. Die Erfahrungen eines unabhängigen Teams mit garantierten Vertragseinnahmen sind nicht unmittelbar auf ein Microsoft-eigenes Großprojekt übertragbar. Sie zeigen, warum für eine wirtschaftliche Bewertung die jeweilige Vertrags- und Kostenstruktur nötig ist.

