Das Forschungsprojekt ORPHEUS hat auf der Tonmeistertagung 2016 in Köln einen objektbasierten Audioablauf von Produktion und Verteilung bis zur Wiedergabe demonstriert. Der Projektbericht vom 25. November, aktualisiert am 29. November, nennt Fernsehen, PC-Browser und VR-Headsets als Ausgabewege. Die Fachveranstaltung fand vom 17. bis 20. November statt.
Am Stand des Instituts für Rundfunktechnik wurden außerdem Lautheitsanpassung, Sprachverständlichkeit und binaurale Wiedergabe gezeigt. Fraunhofer IIS erläuterte Technologien und Codecs in Workshops. MAGIX demonstrierte die Umsetzung objektbasierter Bearbeitung und Mischung in der Audio-Workstation Sequoia.
Mischung, Übertragung und Wiedergabe sind getrennte Aufgaben
Fraunhofer hatte die Audiowerkzeuge bereits im September in seiner Messevorschau beschrieben: MPEG-H dient der Übertragung räumlicher Audiosignale. Cingo Composer ist ein Plug-in zur Mischung von Audioobjekten, Mehrkanal-Beds und Ambisonics. Cingo übernimmt die räumliche Kopfhörerwiedergabe. Diese Aufgaben sind nicht austauschbar; ein Codec allein ist keine Produktionsumgebung.
Für interaktive Medien ist diese Trennung praktisch: Die Produktion muss festlegen, welche Klanginformationen exportiert werden. Die Wiedergabe muss dazu passen. Ein räumlicher Mix aus einer Audio-Workstation belegt noch keine funktionsfähige Integration in eine Spiele-Engine. Die hier verlinkten Veranstaltungsberichte bestätigen keine konkrete Xbox-Integration.
Bereits 2015 beschrieb Fraunhofer mit Holodeck 4.0 eine frei begehbare VR-Umgebung mit räumlicher Ortung. Das ORPHEUS-Beispiel betrifft dagegen die Audiokette. Für die technische Planung sind Tracking und Audioverarbeitung getrennt zu prüfen, auch wenn beide zur räumlichen Darstellung beitragen.
Archivhinweis: Der Beitrag dokumentiert den Projektstand nach der Tonmeistertagung 2016. Die Veranstaltung ist beendet. Aus den damaligen Demonstrationen folgt keine heutige Produktverfügbarkeit.

