Helen Chiang widerspricht der Darstellung, sie sei wegen eines Richtlinienverstoßes bei Microsoft entlassen worden. In einer persönlichen Stellungnahme auf LinkedIn vom 2. November 2026 bezeichnet die bisherige Xbox-COO diese Darstellung als unzutreffend. Ihr bisheriges Schweigen dürfe nicht als Zustimmung verstanden werden.
Chiang erklärt, keine vertraulichen Unternehmensinformationen an die Presse weitergegeben zu haben. Kontakte zu Journalisten habe sie ausschließlich in den begrenzten, vom Unternehmen autorisierten Interviews im Rahmen ihrer Arbeit gehabt. Auch gegenüber Journalisten, die in der vergangenen Woche ihre Sicht erfragen wollten, habe sie sich nicht geäußert.
Ebenso weist sie zurück, Xbox für einen Wettbewerber verlassen zu haben oder wegen einer ausgebliebenen Beförderung gegangen zu sein. Sie habe weiter bei Xbox arbeiten wollen und seit der Geburt ihrer Kinder nicht aktiv nach größeren Aufgaben gesucht. Für ihre jüngste Rolle habe sie sich nicht beworben; sie sei im Juli in die Position befördert worden.
Chiang stellt die Anwendung interner Maßstäbe infrage
Chiang bekennt sich zu Fairness, Verantwortung und einheitlichen Maßstäben. Sie habe jedoch erhebliche Bedenken, wie diese in ihrem Fall angewendet worden seien. Welche internen Vorgänge sie damit konkret meint, legt sie nicht offen. Ihre Erklärung enthält auch keine vollständige alternative Begründung für das Ausscheiden.
Zuvor hatte Tom Warren unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen über eine Entlassung und einen intern angeführten Regelverstoß berichtet. Der Journalist nannte keine konkrete verletzte Vorschrift. Mit Chiangs Stellungnahme liegt nun ihr ausdrücklicher Widerspruch vor. Der tatsächliche Grund des Abgangs ist damit weiterhin nicht unabhängig geklärt.

