Ubisoft setzt seine Restrukturierung offenbar mit weiteren Einschnitten in Nordamerika fort. Nach Informationen von Tom Henderson bei Insider Gaming sollen auch am Standort San Francisco Beschäftigte betroffen sein. Die Maßnahmen seien demnach in einer internen Mitarbeiterversammlung kommuniziert worden. Eine offizielle Bestätigung der konkreten Zahl lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.
Nach aktuellem Stand sollen in San Francisco zwischen 50 und 100 Stellen gefährdet sein. Ubisoft San Francisco war bereits Ende 2024 als Entwicklungsstudio geschlossen worden, blieb jedoch weiterhin als Standort für andere Unternehmensbereiche wie IT, Marketing und weitere Funktionen bestehen. Die neuen Einschnitte betreffen damit offenbar nicht ein klassisches Entwicklerteam, sondern verbliebene Unternehmensstrukturen am Standort.
Restrukturierung betrifft mehrere Ubisoft-Standorte
Die Meldung steht im Kontext einer neuen Kürzungsrunde bei Ubisoft. Parallel wurden die Schließungen der Studios in Winnipeg und Belgrad bekannt. Zudem sollen am Standort Barcelona weitere Änderungen geplant sein. Insgesamt stehen laut aktuellen Berichten bis zu 380 Rollen im Zusammenhang mit den laufenden Maßnahmen zur Disposition.
Ubisoft befindet sich seit längerer Zeit in einer umfassenden Neuaufstellung. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Projekte eingestellt, Strukturen zusammengelegt und Personal abgebaut. Bereits im August 2024 wurden 45 Beschäftigte bei Ubisoft San Francisco und Red Storm Entertainment in Cary, North Carolina, entlassen. Ubisoft San Francisco war vor allem durch Arbeiten am Online-Shooter XDefiant bekannt, dessen Entwicklung und Betrieb Teil der breiteren Diskussion um Ubisofts Live-Service-Strategie waren.
Einordnung für die Games-Branche
Die erneuten Einschnitte zeigen, dass Ubisoft seine Kostenbasis weiter reduziert und internationale Standorte überprüft. Für die Games-Branche bleibt der Vorgang relevant, weil Ubisoft weiterhin zu den größten Publishern und Entwicklungsnetzwerken im AAA-Segment zählt. Änderungen an Support-, Marketing-, IT- und Publishing-Strukturen können sich auch auf die Betreuung laufender Titel, Plattformpartnerschaften und regionale Marktaktivitäten auswirken.
Für Xbox-Spieler und Entwickler im Microsoft-Ökosystem ist die Entwicklung vor allem mit Blick auf Ubisofts langfristige Publishing- und Service-Strategie relevant. Ubisoft ist mit Reihen wie Assassin’s Creed, Far Cry, The Division, Rainbow Six und Just Dance weiterhin stark auf Xbox-Plattformen vertreten. Gleichzeitig stehen große Publisher unter Druck, Entwicklungsbudgets, Live-Service-Betrieb, Cloud-Infrastruktur und internationale Teams stärker auf Rentabilität auszurichten.
Da Ubisoft die genaue Zahl der betroffenen Beschäftigten in San Francisco bislang nicht öffentlich bestätigt hat, bleiben die Angaben vorläufig. Insider Gaming hat nach eigenen Angaben eine Stellungnahme bei Ubisoft angefragt.
