Microsoft hat das Performance-Werkzeug PIX on Windows in der Version 1904.23 am 24. April 2019 veröffentlicht und damit eine Preview einer komplett neuen Implementierung der Timing Captures eingeführt. Die Neufassung adressiert zentrale Einschränkungen der bisherigen Zeitprofilierung und ergänzt das Shader-Debugging um den Zugriff auf HLSL-Variablen während des DXIL-Debuggings. PIX dient Entwicklern unter Windows zur Analyse von GPU- und CPU-Auslastung in PIX on Windows.
Neue Timing-Capture-Implementierung als Preview
Die bisherigen Timing Captures erlaubten laut Microsoft maximal zwei Sekunden Profiling-Daten. Die neue Implementierung hebt diese Grenze auf und ermöglicht deutlich längere Aufzeichnungsdauern bis in den Stundenbereich. Zudem öffnen umfangreiche Aufzeichnungen nach Angaben des Herstellers spürbar schneller als zuvor. Für die Auswertung großer Datenmengen kommt eine neue Metrics View hinzu, die die Analyse der in größeren Captures enthaltenen Datenvolumina unterstützt. Ergänzend integriert die Neufassung titeldefinierte Counter-Daten und überarbeitet die Timeline mit verbesserter Navigation sowie einer klareren Darstellung von Cores und Threads.
Microsoft kennzeichnet den Stand ausdrücklich als Preview. Einige Funktionen der bestehenden Timing Captures sind in der neuen Implementierung noch in Arbeit. Als bekannte Einschränkung nennt das Team, dass der System Monitor während einer aktiven neuen Timing Capture keine Daten anzeigt. Beide Varianten der Timing Captures stehen in dieser Version parallel zur Verfügung.
DXIL-Shader-Debugging und pixtool-Erweiterungen
Beim Shader-Debugging stehen HLSL-Variablen nun auch während des DXIL-Shader-Debuggings zur Verfügung. Damit lassen sich Variablenwerte des Quellcodes während einer Debugging-Sitzung über die DXIL-Pipeline inspizieren. Das Kommandozeilenwerkzeug pixtool erhält zusätzliche Fähigkeiten, darunter das Aufzeichnen von WinML-Workloads sowie die Unterstützung für Multi-Frame-Captures von bis zu fünf Frames. Auch andere Anbieter erweiterten GPU-Analyse.
Weitere Anpassungen betreffen die Bedienung. Daten der Ansicht Resources und Heaps lassen sich nun im tab-getrennten Format in die Zwischenablage kopieren. Hinzu kommt ein WinPixRemoteMonitor in der Oberfläche. Außerdem nennt Microsoft Unterstützung für ARM64-Desktop-Maschinen, die einige zusätzliche Konfigurationsschritte erfordert. Die Detailangaben zu allen Neuerungen sind in der Release-Mitteilung im PIX on Windows Blog dokumentiert.
