Microsoft hat am 21. Juli 2015 die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2015 vorgelegt. Der Umsatz für das am 30. Juni 2015 beendete Quartal lag bei 22,2 Milliarden US-Dollar. Bruttomarge, operatives Ergebnis und Ergebnis je Aktie kamen auf 14,7 Milliarden US-Dollar, minus 2,1 Milliarden US-Dollar sowie minus 0,40 US-Dollar je Aktie. Geprägt wurde das Quartal vor allem von einer nicht zahlungswirksamen Abschreibung über 7,5 Milliarden US-Dollar auf Vermögenswerte aus der Übernahme des Geschäfts Nokia Devices and Services (NDS).
Hinzu kamen eine Restrukturierungsbelastung von 780 Millionen US-Dollar und eine Belastung von 160 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit dem zuvor angekündigten Integrations- und Restrukturierungsplan. Zusammengerechnet summierten sich diese Posten laut Mitteilung auf 8,4 Milliarden US-Dollar beziehungsweise einen negativen Effekt von 1,02 US-Dollar je Aktie. In der Kapitalflussrechnung weist Microsoft für die drei Monate einen Nettoverlust von 3.195 Millionen US-Dollar aus, während die Position Goodwill- und Vermögenswertabschreibungen mit 7.498 Millionen US-Dollar verbucht ist. Ohne die genannten Sonderposten hätten operatives Ergebnis und Ergebnis je Aktie nach Unternehmensangaben bei 6,4 Milliarden US-Dollar gelegen.
Hardware-Geschäft trägt das Quartal
Im Segment Computing and Gaming Hardware, das Xbox und Surface umfasst, erzielte Microsoft nach eigenen Angaben annähernd 2 Milliarden US-Dollar Umsatz. Der gesamte Xbox-Umsatz wuchs um 27 Prozent, getragen von Zuwächsen bei Konsolen, Xbox-Live-Transaktionen und First-Party-Spielen. Der Surface-Umsatz legte um 117 Prozent auf 888 Millionen US-Dollar zu, gestützt durch das Surface Pro 3 und den Marktstart des Surface 3.
Im übergeordneten Bereich Devices and Consumer ging der Umsatz um 13 Prozent auf 8,7 Milliarden US-Dollar zurück, in konstanter Währung betrug der Rückgang 10 Prozent. Der Windows-OEM-Umsatz sank um 22 Prozent. Auf der kommerziellen Seite stieg der Umsatz mit Commercial Cloud um 88 Prozent, der jährliche Umsatzlauf der kommerziellen Cloud überschritt nach Unternehmensangaben die Marke von 8 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Office-365-Consumer-Abonnenten erhöhte sich auf 15,2 Millionen.
Was hinter der 7,5-Milliarden-Abschreibung auf Nokia steckt
Die Abschreibung von 7,5 Milliarden US-Dollar bezieht sich auf Vermögenswerte aus dem 2014 abgeschlossenen Erwerb des Geräte- und Dienstegeschäfts von Nokia. Sie überstieg damit den seinerzeit für die Transaktion aufgewendeten Betrag und dokumentiert eine Neubewertung des Phone-Hardware-Geschäfts innerhalb des Konzerns. Für das gesamte Geschäftsjahr 2015 meldete Microsoft einen Umsatz von 93,6 Milliarden US-Dollar, eine Bruttomarge von 60,5 Milliarden US-Dollar, ein operatives Ergebnis von 18,2 Milliarden US-Dollar sowie ein verwässertes Ergebnis je Aktie von 1,48 US-Dollar. Die zugehörige Mitteilung trägt das Datum 21. Juli 2015 und wurde als Exhibit 99.1 zum Formular 8-K bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Die vollständige Originalmeldung findet sich im oben verlinkten EDGAR-Eintrag.
