Das Mesa-Projekt hat am 13. Februar 2017 Mesa 17.0.0 als neue Entwicklungsfassung veröffentlicht. Zu den Ergänzungen gehören OpenGL 4.2 für Intel-Haswell-Grafik und Float64-Unterstützung im Intel-Vulkan-Treiber ANV. Die Freigabe enthält außerdem zahlreiche Fehlerkorrekturen.
API-Version hängt vom Treiber ab
Die Bibliothek implementiert die OpenGL-4.5-API. Welche Version eine Anwendung tatsächlich erhält, hängt jedoch vom verwendeten Treiber ab. OpenGL 4.5 muss zudem bei der Erstellung des Kontexts angefordert werden; entsprechende Kompatibilitätskontexte unterstützt diese Fassung nicht.
Auf Haswell ergänzt i965 unter anderem doppelt genaue Shader-Berechnungen und 64-Bit-Vertex-Attribute. Bereits Mesa 13.0 hatte die freien Grafiktreiber um zusätzliche OpenGL- und OpenGL-ES-Funktionen erweitert. Ein Versionssprung der Bibliothek ist deshalb nicht mit identischen Fähigkeiten sämtlicher unterstützter GPUs gleichzusetzen.
Korrekturen für Spiele und Grafikwerkzeuge
Die Fehlerliste nennt unter anderem einen Startabsturz von Divinity: Original Sin Enhanced Edition, Probleme beim Start von Unreal-Engine-4-Demos und eine fehlerhafte Liniendarstellung in Blender. Für Entwicklung und QA sind solche konkreten Fehlerbilder aussagekräftiger als eine pauschale Zusage höherer Leistung.
Wer Stabilität und Zuverlässigkeit priorisiert, soll nach Empfehlung des Projekts bei einer früheren Fassung bleiben oder auf Mesa 17.0.1 warten. Die neue Entwicklungsfassung ist somit ein Stand für frühe Integration und Tests, keine allgemeine Garantie für einen fehlerfreien Treiberwechsel.

