Start Finanzen Electronic Arts: EU-Kommission genehmigt Übernahme durch saudischen Staatsfonds PIF

Electronic Arts: EU-Kommission genehmigt Übernahme durch saudischen Staatsfonds PIF

0
Electronic Arts: EU-Kommission genehmigt Übernahme durch saudischen Staatsfonds PIF

Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme des US-Publishers Electronic Arts durch ein Konsortium um den saudischen Staatsfonds PIF wettbewerbsrechtlich freigegeben. Die Behörde sieht keine Bedenken für den Markt für Computer- und Videospiele sowie für E-Sport-Veranstaltungen und erteilte die Genehmigung ohne Auflagen, wie die Kommission am 23. Juli 2026 im Fallregister unter der Nummer M.12213 mitteilte.

An dem 55-Milliarden-Dollar-Paket sind neben dem Public Investment Fund des Königreichs Saudi-Arabien auch das Private-Equity-Unternehmen Silver Lake und Affinity Partners beteiligt, die Investmentfirma von Jared Kushner. Die EU-Kommission hatte den Deal im Rahmen ihrer regulären Fusionskontrolle geprüft und dabei vor allem die Produktion und den Vertrieb von Videospielen für Mobilgeräte, PCs und Konsolen sowie die Organisation und Vermarktung von E-Sport-Veranstaltungen bewertet.

Freigabe nach Phase-I-Prüfung

Die Kommission begründete den Beschluss damit, dass die Transaktion angesichts ihrer begrenzten Auswirkungen auf den Wettbewerb in den betroffenen Märkten keine Bedenken aufwerfe. Geprüft wurde im normalen Phase-I-Verfahren, nicht in einer vertieften Untersuchung. Die wettbewerbsrechtliche Freigabe war bereits im Vorfeld als wahrscheinlich eingeschätzt worden, weil die Aktivitäten von PIF und Electronic Arts nur in wenigen Bereichen unmittelbar überlappen.

Einen zweiten Prüfpunkt bildet die EU-Außensubventionsverordnung (Foreign Subsidies Regulation, FSR), die verhindern soll, dass staatliche Unterstützung aus Nicht-EU-Staaten den Binnenmarkt verzerrt. Für diesen Prüfstrang war der 30. Juli 2026 als Entscheidungstermin angesetzt. Branchenkreise gingen davon aus, dass die Freigabe auch hier erteilt wird. Die FSR-Prüfung galt als die anspruchsvollere Hürde, weil sie gezielt ausländisches Staatskapital in den Blick nimmt.

XXL-Deal mit hohem Schuldenpaket

Hintergrund ist die im September 2025 angekündigte Übernahme von Electronic Arts durch das PIF-Konsortium. Das Volumen ist mit rund 55 Milliarden US-Dollar veranschlagt und wäre damit der größte Leveraged Buyout der Geschichte. PIF soll nach Abschluss rund 93,4 Prozent der Anteile halten, die Finanzierung ist mit einem Schuldenpaket von etwa 20 Milliarden US-Dollar hinterlegt. Electronic Arts gehört mit Marken wie EA Sports FC, Battlefield, Die Sims, Madden NFL und Apex Legends zu den größten Games-Publishern weltweit und erwirtschaftete zuletzt einen Rekordumsatz von rund 8 Milliarden US-Dollar.

Saudischer Fußabdruck in der Games-Branche

Saudi-Arabien baut seinen Einfluss in der Games-Branche seit Jahren aus. Über die Savvy Games Group hält der Staatsfonds Anteile an Nintendo, Take-Two, Embracer und Capcom und kontrolliert mit Scopely den Publisher von Monopoly Go!. Im E-Sport-Bereich ist das Königreich über die Esports-World-Cup-Plattform und ESL FACEIT bereits tief in der Wertschöpfungskette verankert, was die wettbewerbsrechtliche Prüfung der EA-Transaktion zusätzlich aufgeladen hatte. Über die damit verbundenen saudischen Milliardeninvestitionen war auch in Deutschland intensiv diskutiert worden.

Was vor dem Abschluss noch bleibt

Nach den EU-Freigaben liegt der Abschluss der Transaktion vor allem bei den US-Aufsehern. Aus dem Kongress waren vorher Forderungen an die Federal Trade Commission gekommen, den Deal gründlich zu prüfen. Zusätzlich ist das Committee on Foreign Investment in the United States mit der nationalen Sicherheit befasst. Electronic Arts hatte in einer regulatorischen Einreichung mitgeteilt, dass alle nötigen Genehmigungen vorliegen und der Abschluss für den 4. August 2026 erwartet wird. Danach endet nach mehr als 35 Jahren die Börsennotierung der EA-Aktie, was den Konzern zu einer weitgehend unsichtbaren Black Box macht, weil Berichtspflichten entfallen. Analysten erwarten angesichts der hohen Schuldenlast weitere Restrukturierungsprogramme.

EA-Aktie vor dem Delisting

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein