Chipolo hat den POP als farbigen Bluetooth-Tracker positioniert, der sich wahlweise in Apples „Wo ist?“-Netzwerk oder Googles „Mein Gerät finden“ (Find Hub) integrieren lässt. Auf der IFA 2025 lag der Chipolo POP als kostenfreies Pressemuster am Stand aus und wurde anschließend im Alltag genutzt – primär für Schlüsselbund, Rucksack und Messe-Equipment.
Im Segment der Tracker ist der POP weniger über Sensorik (z. B. UWB) differenziert, sondern über die flexible Ökosystem-Anbindung: Das Gerät ist nicht auf eine Plattform festgelegt, sondern kann bei einem Wechsel zwischen iOS und Android zurückgesetzt und neu gekoppelt werden. Gleichzeitig bleibt eine zentrale Einschränkung bestehen: Es kann immer nur ein Netzwerk aktiv sein.
Hardware, Verarbeitung und Alltagstauglichkeit
Der Chipolo POP ist ein klassischer Scheiben-Tracker mit integriertem Schlüsselring-Loch und damit ohne separates Zubehör direkt am Schlüsselbund oder an einer Tasche nutzbar. Chipolo gibt eine Lautstärke von rund 120 dB, eine Reichweite von bis zu 90 m (300 ft) sowie einen Schutz gegen Staub und Spritzwasser nach IP55 an. Als Energiequelle dient eine austauschbare CR2032-Knopfzelle mit einer angegebenen Laufzeit von bis zu einem Jahr.
In der Praxis ist die Bauform robust genug für typische Alltagsbelastungen: Schlüsselbund, Reißverschluss-Schlaufe am Rucksack, Koffer-Handle oder Gear-Bag. Die Farbvarianten sind funktional, weil sich mehrere Tags im Team oder Haushalt leichter auseinanderhalten lassen (z. B. Schlüssel, Zweit-Schlüssel, Technik-Tasche, Gepäck).
Einrichtung: Apple „Wo ist?“, Google Find Hub und Chipolo-App
Die Kopplung ist grundsätzlich auf zwei Ebenen gedacht:
- Netzwerk-Ebene: Entweder Integration in Apple „Wo ist?“ oder in Google Find Hub/„Mein Gerät finden“ (je nach Smartphone-Ökosystem).
- Funktions-Ebene: Optional zusätzliche Funktionen über die Chipolo-App.
Wichtig ist das technische Detail, das für die Produktentscheidung relevant bleibt: Der POP lässt sich nicht gleichzeitig in beiden Netzwerken betreiben. Bei einem Wechsel ist ein Entfernen aus der bisherigen App, ein Zurücksetzen und eine Neu-Kopplung erforderlich. Für gemischte Umgebungen (z. B. privat iOS, beruflich Android) bedeutet das: Ein POP kann zwar „mitwandern“, aber nicht parallel in beiden Welten sichtbar sein.
Die Chipolo-App ergänzt – unabhängig vom gewählten Netzwerk – typische Komfortfunktionen wie:
- „Telefon klingeln lassen“ per Tastendruck am Tracker
- Anpassung von Klingelton und Lautstärke
- Nutzung als Kamera-Fernauslöser (Selfie-/Remote-Shutter)
Praxiseindruck: Signalton, Reichweite und typische Workflows
Der POP erfüllt das Kernthema eines Trackers: Gegenstände im Nahbereich auffindbar machen und im Verlustfall die letzte bekannte Position bzw. Netzwerk-Ortung bereitstellen. Der Signalton ist in ruhigen Umgebungen ausreichend präsent, um Schlüssel oder Taschen in Wohnung, Büro oder Hotelzimmer zu lokalisieren. In lauten Umgebungen (ÖPNV, Messehallen, Gepäckbänder) hängt die Praxis-Trefferquote naturgemäß stärker von Nähe, Akustik und Abschirmung (Tasche/Koffer) ab als von der reinen dB-Angabe.
Für den typischen Messe- und Arbeitsalltag sind die naheliegenden Einsatzzwecke:
- Schlüsselbund und Zweit-Schlüssel (z. B. Büro/Serverraum)
- Rucksack oder Tech-Pouch mit Zubehör (Dongles, Adapter, Ladegeräte)
- Gepäck für Reisen zu Messen/Produktionen
- Controller-/Headset-Case, sofern eine Befestigungsmöglichkeit vorhanden ist
Die Netzwerk-Ortung ist dabei der wesentliche Mehrwert gegenüber reinen „Bluetooth-only“-Lösungen ohne Crowd-/Netzwerk-Backbone: Im Idealfall wird ein verlorener Gegenstand von Geräten anderer Nutzer im jeweiligen Netzwerk „gesehen“ und die Position aktualisiert – abhängig von Abdeckung, Plattform und Umgebung.
Einschränkungen und Abgrenzung im Markt
Der Chipolo POP verzichtet auf Ultra-Wideband (UWB) und bietet damit keine präzise Richtungs-/Pfeilnavigation, wie sie in bestimmten Ökosystemen verfügbar ist. Das ist im Alltag nicht zwingend ein Ausschlusskriterium, beeinflusst aber die Erwartungshaltung: Der POP ist auf „Karte + Nähe + Klingeln“ optimiert, nicht auf Zentimeter-Ortung im Raum.
Die zweite zentrale Einschränkung bleibt die Netzwerk-Exklusivität. Das Produkt löst das klassische Problem „falscher Tracker für das falsche Ökosystem gekauft“ deutlich eleganter als frühere, strikt getrennte Varianten – ersetzt aber kein echtes Dual-Network-Tracking.
Preis, Verfügbarkeit und Einordnung
Preislich liegt der Chipolo POP typischerweise im Bereich um 30–35 Euro für einen Einzel-Tracker (je nach Händler und Aktionen). Damit bewegt er sich in der erwartbaren Klasse für Netzwerk-Tracker und konkurriert weniger über den niedrigsten Stückpreis als über die Flexibilität zwischen iOS und Android sowie die Zusatzfunktionen der Chipolo-App.
Fazit
Der Chipolo POP ist ein pragmatischer Tracker für Alltag, Reise-Setup und Messe-Equipment. Die entscheidende Stärke ist die Wahlfreiheit zwischen Apple- und Google-Netzwerk bei gleicher Hardware – relevant für Teams, Haushalte oder Nutzer, die Plattformwechsel nicht ausschließen. Im Gegenzug müssen die Einschränkungen akzeptiert werden: kein UWB und immer nur ein Netzwerk gleichzeitig. Unter diesen Rahmenbedingungen liefert der POP ein stimmiges Gesamtpaket aus Lautstärke, IP-Schutz, austauschbarer Batterie und solider App-Ergänzung.
