Blender 2.81 ergänzt Cycles um experimentelles hardwarebeschleunigtes Raytracing auf NVIDIA-RTX-Grafikkarten. Der von NVIDIA beigesteuerte OptiX-Renderpfad nutzt die dafür vorgesehenen GPU-Funktionen. Die Veröffentlichung von Blender 2.81 erfolgte im November 2019: Die offizielle Pressemitteilung trägt das Publikationsdatum 21. November und ist im Text auf den 20. November datiert. Der zuvor in diesem Beitrag genannte 30. Oktober war falsch.
OptiX beschleunigt geeignete Szenen, unterstützt aber nicht alle Funktionen
Die Blender Foundation stellt CPU-, CUDA- und OptiX-Renderzeiten für ausgewählte Beispielszenen gegenüber. Dabei wurden für CPU und GPU unterschiedliche Geräte eingesetzt: ein Intel Xeon Gold 6126 und eine GeForce RTX 2080 Ti. Die Grafik ist ein veröffentlichter Vergleich des Projekts, kein Test der Redaktion und kein allgemeines Leistungsversprechen für andere Grafikkarten oder Szenen.
Die Release Notes zu Cycles 2.81 nennen konkrete Grenzen des OptiX-Backends. Baking, Branched Path Tracing, die Ambient-Occlusion- und Bevel-Shader sowie gemeinsames CPU-/GPU-Rendering wurden damals noch nicht unterstützt. Eine Szene, die solche Funktionen nutzt, lässt sich daher nicht ohne Prüfung auf den neuen Renderpfad umstellen.
OptiX war für Windows und Linux vorgesehen. Die damaligen Versionshinweise verlangten unter Windows mindestens NVIDIA-Treiber 435.80, unter Linux mindestens 435.12. Beim ersten Renderlauf musste der OptiX-Kernel zunächst kompiliert werden; dies konnte einige Minuten dauern. Die Angaben beschreiben den Stand dieser historischen Blender-Version und nicht die heutigen Systemvoraussetzungen.
Denoising und Werkzeuge für die Content-Produktion
Blender 2.81 brachte außerdem einen neuen Denoise-Knoten für den Compositor auf Basis von Intel Open Image Denoise. Die Versionshinweise nennen Albedo- und Normal-Passes als Eingangsdaten sowie eine CPU mit SSE4.1 als Voraussetzung. Diese CPU-Anforderung ist nicht mit der RTX-Voraussetzung des OptiX-Renderpfads gleichzusetzen.
Über das Rendering hinaus überarbeitete das Release Sculpting-Werkzeuge, Outliner und Dateibrowser. Für die Produktion von Spiel-Assets betrifft das sowohl die Bearbeitung von Modellen als auch deren Verwaltung. Die Voraussetzungen und Grenzen der GPU-Renderpfade in Blender 2.81 entscheiden zusätzlich darüber, ob eine vorhandene Szene mit der gewählten Hardware verarbeitet werden kann.

