Atari hat am 18. April 2022 die Beendigung aller Lizenzvereinbarungen mit der ICICB Group bekanntgegeben. In der offiziellen Mitteilung erklärt das Unternehmen außerdem, einen neuen eigenen Token für Gaming, Community und digitale Anwendungen entwickeln zu wollen.
Die Entscheidung betrifft neben dem Atari Token auch Vereinbarungen zu Hotels und Online-Casinos. Atari betont, dass die bisher gemeinsam mit ICICB betriebenen Webseiten, Whitepaper und Social-Media-Kanäle nicht mehr vom Unternehmen kontrolliert werden und keine autorisierten Informationen zu ATRI liefern.
Atari distanziert sich vom bisherigen ATRI-Projekt
Das bisherige Token-Projekt war über die Atari Chain Limited mit ICICB verbunden. Atari entzog dem Joint Venture zum 18. April 2022 die Lizenz und untersagte ICICB, die Marke oder andere Atari-Rechte weiter zu verwenden. Damit endete auch die gemeinsame Verantwortung für den auf Ethereum basierenden ATRI-Token. Ein älterer Beitrag zur Einführung des Atari Token beschreibt die ursprüngliche Ausrichtung als Zahlungsmittel für Unterhaltungs- und Gaming-Angebote.
Neuer Token unter direkter Kontrolle
Atari will den Nachfolger selbst entwickeln, ausgeben und verwalten. Der geplante Token soll sich auf Spiele, die Community und konkrete Nutzungsmöglichkeiten konzentrieren. Einen Termin für den Start oder technische Details zur Blockchain nannte das Unternehmen in der Ankündigung nicht.
Für den später angekündigten Austausch nahm Atari am 18. April 2022 um 18:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit einen Snapshot der vorhandenen ATRI-Bestände auf. Berücksichtigt werden sollten nur Token, die zu diesem Zeitpunkt in den jeweiligen Wallets lagen. Atari kündigte an, weitere Informationen und den Ablauf über eigene Kanäle bereitzustellen.
Finanzielle Folgen der Vertragsbeendigung
Die Beendigung der Lizenzvereinbarungen kann sich auch auf die Atari-Bilanz auswirken. In der damaligen Mitteilung bezifferte Atari den möglichen Abschreibungsbedarf im Zusammenhang mit den Hotel- und Casino-Lizenzen auf bis zu 11 Millionen Euro. Die Angaben zum Token-Projekt und zur bilanziellen Behandlung sind im Investorendokument von Atari dokumentiert.
Die Ankündigung war zunächst eine Absichtserklärung. Für ATRI-Besitzer blieben bis zur Veröffentlichung weiterer Informationen offene Fragen zu Umtausch, technischer Umsetzung und rechtlicher Ausgestaltung des neuen Projekts.
