Die geplante Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft für 68,7 Milliarden US-Dollar löste im Januar 2022 unterschiedliche Einschätzungen in der Games-Branche aus. Eine Analyse von GamesIndustry.biz fasste die Bewertungen mehrerer Marktbeobachter zusammen.
Serkan Toto von Kantan Games sah in der Transaktion eine deutlich größere strategische Wirkung als beim Kauf von Bethesda. Nick Parker von Parker Consulting bewertete sie als Versuch, Microsofts Position nach den schwächeren Jahren der Xbox One auszubauen und im Konsolengeschäft näher an Sony und Nintendo heranzurücken.
King erweitert den mobilen Teil des Geschäfts
Mehrere Analysten verwiesen auf King als wichtigen Teil der Übernahme. Die Mobile-Sparte ergänzte Microsofts Konsolen- und PC-Geschäft um ein internationales Geschäft mit hoher Reichweite. Lisa Cosmas Hanson von Niko Partners hob dabei die Präsenz von Activision Blizzard in asiatischen Märkten hervor.
George Jijiashvili von Omdia hielt Call of Duty im Xbox Game Pass für ein mögliches Argument beim Plattformwechsel. Eine kurzfristige Exklusivität schätzte er jedoch als unwahrscheinlich ein. Die damalige Bewertung bezog sich auf die geplante Transaktion, nicht auf die spätere Plattformpolitik von Microsoft.
Mehr Wettbewerb um Inhalte und Reichweite
Karol Severin von Midia Research verwies auf die hohe Reichweite von Call of Duty und die mögliche Wirkung auf Abonnements und Konsolenkäufe. DFC-Intelligence-Chef David Cole erwartete zugleich einen breiteren Wettbewerb zwischen Microsoft, Sony, Google, Amazon, Meta und Apple um interaktive Inhalte.
Zum Zeitpunkt der Analyse war die Übernahme noch nicht abgeschlossen. Die zuständigen Kartellbehörden mussten den Deal prüfen. Zusätzlich standen bei Activision Blizzard weiterhin Vorwürfe zu Diskriminierung und Missständen am Arbeitsplatz im Raum.
