Agility SDK 1.717-preview und 1.616-retail: Opacity Micromaps, SER und Cooperative Vectors

Microsoft hat am 30. Mai 2025 das DirectX Agility SDK in den Versionen 1.717-preview und 1.616-retail veröffentlicht und verteilt darin neue Raytracing- und Rechenfunktionen auf den Retail- und den Preview-Kanal. Im stabilen Retail-Zweig 1.616 stehen Opacity Micromaps (OMMs) bereit, eine Erweiterung von DirectX Raytracing, die hardwarebeschleunigtes Alpha-Testing während der Raytracing-Last nutzt. Damit reduziert oder eliminiert die Technik AnyHit-Shader-Aufrufe und liefert laut Microsoft in pfadverfolgten Spielen eine bis zu 2,3-fach höhere Performance, ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen.

Neben den Opacity Micromaps bringt das Retail-SDK 1.616 die Unterstützung für Tiled Resource Tier 4. Diese Stufe erlaubt gekachelte Texturarrays mit vollständigen Mip-Ketten und zielt auf eine effizientere Textur-Streaming-Verarbeitung. Auf Treiberseite ist die Funktion bei Intel und NVIDIA verfügbar, AMD stellt einen Preview-Treiber bereit. Der Funktionsumfang ist damit für den produktiven Einsatz in Anwendungen freigegeben. Die rechenintensiveren Neuerungen verbleiben zunächst im Preview-Kanal.

Shader Execution Reordering und Cooperative Vectors im Preview

Das Preview-SDK 1.717 führt Shader Execution Reordering (SER) als Ergänzung zu DirectX Raytracing ein. SER ermöglicht es dem Shader-Code einer Anwendung, der Hardware Hinweise zur Kohärenz von Strahlen zu geben, sodass diese für eine bessere parallele Ausführung sortiert werden. Durch die Reduktion von Divergenz und die verbesserte Parallelisierung kann unterstützte Hardware laut Microsoft in pfadverfolgten Spielen eine bis zu zweifach höhere Performance erreichen.

Als zweite Neuerung im Preview-Zweig kommen Cooperative Vectors hinzu. Sie ermöglichen es Shader-Threads, neuronale Netzinferenz mit Hardwarebeschleunigung auszuführen, und legen damit die Basis für Vektor- und Matrixoperationen direkt in der Echtzeit-Grafikpipeline. Auf dieser Grundlage lassen sich Neural-Rendering-Verfahren aus einzelnen Shader-Threads heraus antreiben. Beide Funktionen sowie das zugehörige Shader Model 6.9 setzen das SDK 1.717-preview, einen passenden Preview-Treiber und den Entwicklermodus mit experimentellen Shader-Modellen voraus.

Video-Encoding und Werkzeugunterstützung

Über die Raytracing- und Rechenfunktionen hinaus erweitert das Preview-SDK das Direct3D-Video-Encoding. Dazu zählen eine HEVC-Reference-List-Erweiterung für komplexe Long-Term-Reference-Szenarien, ein Zwei-Pass-Encoding mit niedriger aufgelöstem erstem Durchlauf sowie die Ausgabe von PSNR-Statistiken zur Qualitätsmessung. Sämtliche neuen Funktionen sind ab dem ersten Tag mit dem Debugging-Werkzeug PIX kompatibel, sodass sich die eingesetzten Features ohne Wartezeit analysieren lassen.

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