Anti-Cheat: Activision beschreibt Milliardenmarkt hinter Cheat-Angeboten

Activisions Team RICOCHET hat am 18. September sein Vorgehen gegen die Geschäftsstrukturen hinter Cheat-Angeboten erläutert. Der Publisher berichtet von mehr als 375 gestörten Wiederverkäufer-Aktivitäten, über 80 Unterlassungsaufforderungen und 31 geschlossenen primären Cheat-Anbietern. Im August seien außerdem mehr als 70.000 zusätzliche Hardware-Sperren ausgesprochen worden.

8,5 Milliarden Dollar sind eine Modellschätzung

Die wirtschaftliche Größenordnung stützt Activision auf eine Analyse von Intorqa. Sie schätzt jährliche Cheat-Abonnementeinnahmen für 15 untersuchte Spiele auf 3,53 Milliarden US-Dollar. Mit angrenzenden Angeboten wie Kontoverkäufen, Boosting und Spoofing nennt Intorqa rund 8,5 Milliarden Dollar. Das ist eine modellierte Größenordnung, keine geprüfte Umsatzbilanz sämtlicher Anbieter.

Intorqa kombiniert öffentlich bekannte Sperrzahlen, Annahmen über Spielerpopulationen und beobachtete Marktpreise. Wiederholte Sperren desselben Nutzers, kostenlose Cheats und unbekannte Erkennungsquoten begrenzen die Genauigkeit. Die Analyse weist selbst auf diese Unsicherheiten hin.

Befragte Studios wollen mehr investieren

Der Anti-Cheat-Anbieter Anybrain hat separat eine Untersuchung unter 250 Studios aus den USA und Großbritannien veröffentlicht, die kompetitive Multiplayer-Spiele entwickeln. 69 Prozent bewerten Cheating als erhebliches oder sehr erhebliches Problem. 76 Prozent setzen Anti-Cheat-Technik ein; 88 Prozent planen steigende Investitionen in den kommenden zwölf Monaten. Die Ergebnisse stammen aus einer vom Anbieter beauftragten Befragung und bilden nicht automatisch die gesamte Gamesbranche ab.

Activision verbindet technische Erkennung und Kontoschutz mit Maßnahmen gegen den Vertrieb. Bereits im August machte der Publisher sein Vorgehen gegen Elocarry öffentlich. Die neue Mitteilung beschreibt nun ausführlicher das Zusammenspiel von Cheat-Abonnements, Ersatzkonten und Werkzeugen zur Umgehung von Sperren.

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