Cryptogaming: Nur 8 Prozent der Spieleentwickler finden NFTs spannend

Rund 70 Prozent der befragten Spieleentwickler haben laut einer am 24. Januar 2022 veröffentlichten Umfrage der State of the Game Industry kein Interesse an Non-Fungible Token (NFT). Etwa 21 Prozent finden die Blockchain-Technologie immerhin spannend, 7 Prozent sogar richtig spannend, und ungefähr 1 Prozent arbeitet bereits konkret an einem NFT-Projekt. Damit zeigt sich ein deutlicher Graben zwischen Entwicklerinnen und Entwicklern auf der einen und dem Management vieler Studios auf der anderen Seite.

Die Zahlen stammen aus der jährlichen Erhebung, die von den Veranstaltern der Game Developers Conference (GDC) durchgeführt wird. Auf der GDC, die im März 2022 in San Francisco stattfinden soll, dürften NFTs trotz der verbreiteten Ablehnung in der Entwicklerschaft dennoch zu den prominenteren Gesprächsthemen zählen, da viele Führungskräfte der Branche das Thema ganz anders bewerten.

Grund für das Auseinanderklaffen der Einschätzungen ist, dass etliche Manager bei Publishern und Studios in NFTs eine neue, wichtige Erlösquelle sehen. So hatte sich Yosuke Matsuda, der Chef von Square Enix, zum Jahresanfang 2022 auffällig positiv über die Technologie geäußert. Auch Ubisoft hat nach längerer Vorarbeit bereits Erfahrungen mit NFTs in Ghost Recon Breakpoint gesammelt, allerdings kamen die entsprechenden Extras bei der Spielerschaft schlecht an. Die Community reagiert insgesamt überwiegend ablehnend, weil viele Spieler dahinter vor allem sinnlose Geldmacherei vermuten.

Konami als Negativbeispiel, Kritik an der Energiebilanz

Dass die Skepsis vieler Entwickler nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt ein Beispiel von Konami. Bei einem der bislang erfolgreichsten spielebezogenen NFT-Angebote nahm der Konzern rund 162.000 US-Dollar ein, dabei ging es lediglich um eine Reihe eher schlichter Artworks aus der Castlevania-Reihe. Ein anonym befragter Entwickler beschrieb NFTs in der Umfrage als „vollständig von der Gier nach mehr Geld getrieben“. Er selbst fühle sich bei dem Thema unwohl, weil weder auf nachhaltige Energie geachtet werde noch Geldwäsche-Risiken ausreichend berücksichtigt würden.

Metaversum stößt auf etwas mehr Interesse

Etwas weniger ablehnend fiel die Reaktion der Entwickler beim zweiten großen Buzzword der Umfrage aus, dem Metaversum. Gemeint waren damit Projekte, in denen nutzergenerierte Inhalte eine zentrale Rolle spielen. 83 Prozent der Teilnehmer gaben an, aktuell nichts mit derartigen Konzepten zu tun zu haben. Der Rest verteilt sich auf Arbeiten an Roblox mit 5 Prozent, Minecraft mit 4 Prozent, Fortnite mit 3 Prozent sowie Dreams mit ebenfalls 3 Prozent, der verbleibende Anteil entfällt auf sonstige Titel.

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen damit vor allem eines: Während sich Publisher-Management und Entwicklerteams bei klassischen Themen wie Engine-Wahl oder Live-Service-Strategien meist einig sind, klafft beim Thema NFT eine ungewöhnlich breite Lücke zwischen den Erwartungen der Geschäftsführung und der praktischen Haltung der Belegschaft.

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