Wo große Neuveröffentlichungen der etablierten Publisher in diesem Jahr rar gesät sind, rücken auf der gamescom 2022 die unabhängigen Studios in den Vordergrund. In Halle 10 zeigen zahlreiche Indie-Entwicklerinnen und -Entwickler ihre aktuellen Projekte, im Kern der Halle liegt die Indie Arena Booth mit einem kuratierten Angebot. Statt großer Messestände gibt es dort kleine Spieleecken mit direktem Kontakt zu den Teams. Auf 1500 Quadratmetern tummeln sich laut heise online 124 Game-Studios aus 32 Ländern, direkt daneben widmet sich ein Bereich mit Atari- und Commodore-Hardware klassischen Retro-Games sowie neuen Titeln für alte Konsolen. Die Indie Arena Booth ist zusätzlich online vertreten, über einen virtuellen Messerundgang und begleitende Livestreams werden Studios und ihre Spiele vorgestellt.
Einer der auffälligeren Stände gehört dem Schweizer Stray Fawn Studio, das dort sein Aufbauspiel „The Wandering Village“ zeigt. Auf dem Tisch steht ein großes Modell des Onbu, jener sechsbeinigen Kreatur, auf deren Rücken die Siedlung im Spiel durch eine von Umweltkatastrophen gezeichnete Welt getragen wird. Die Spieler bauen dort ein Dorf auf, bestellen Felder und gehen dabei eine symbiotische Beziehung mit dem Tier ein, das bei Ausbreitung giftiger Sporen weiterzieht. Grafisch verbindet der Titel handgezeichnete und animierte Elemente mit einer 3D-Darstellung des Onbu, zwischen beiden Ansichten lässt sich jederzeit wechseln. Das zehnköpfige Studio plant den Start des Early Access auf Steam in Kürze.
Auch Paintbucket Games ist mit einem neuen Projekt vertreten. Nach dem vielfach ausgezeichneten „Through the Darkest of Times“ schickt das deutsche Studio, dessen Arbeit bereits bei der EGX Berlin zu sehen war, mit „The Darkest Files“ ein Ermittlungsspiel ins Rennen. Als Staatsanwältin Esther Katz geht man darin Ende der 1950er Jahre ungeklärten NS-Verbrechen nach, befragt Beteiligte, sichtet Akten und rekonstruiert die Geschehnisse in einem Storyboard, das Widersprüche in den Aussagen sichtbar macht. Erst mit einer schlüssigen Theorie zum Tathergang lässt sich ein Fall neu aufrollen. Ein erster Prototyp war auf der Messe bereits spielbar, der Release ist für 2023 vorgesehen.
Daneben fielen mehrere weitere Titel auf: In „Farewell North“ von Kyle Banks bringt man als treuer Hund wieder Farbe in die trostlose Welt seiner Besitzerin, das Spiel bewegt sich thematisch in der Nähe von „Lost Ember“. „Aka“ von Cosmo Gatto schickt einen tierischen Protagonisten in einer offenen, handgezeichneten Spielwelt auf die Suche nach innerem Frieden, wobei er anderen Tierfiguren hilft und sich Dämonen der Vergangenheit stellt. Im oberbayerisch vertonten Open-World-Krimi „A bavarian Tale – Totgeschwiegen“ von Active Fungus Studios ermittelt man in der Rolle von Valentin Schmidt, der Titel steckt aktuell im Early Access auf Steam. Steam begleitet die Indie Arena Booth zudem mit einer eigenen Aktionsseite, auf der viele der gezeigten Spiele mit kostenlosen Demoversionen bereitstehen.