Kinect verkauft sich 1 Million Mal in zehn Tagen, Microsoft hebt Jahresprognose auf 5 Millionen an

Microsoft hat am 15. November 2010 mitgeteilt, dass sich der Bewegungssensor Kinect für die Xbox 360 in den ersten zehn Tagen nach dem Verkaufsstart weltweit über eine Million Mal verkauft hat. Das Zubehör ohne Controller kam in Nordamerika am 4. November und in Europa am 10. November 2010 in den Handel, die Markteinführung in Asien und Japan war für den 18. und 20. November geplant. Das Tempo nahm der Konzern zum Anlass, seine Jahresprognose anzuheben: statt der zuvor genannten drei Millionen rechnete man nun mit fünf Millionen verkauften Sensoren bis Jahresende.

Die Zahl bezieht sich auf den Sell-in über den Handel, nicht zwingend auf den Verkauf an Endkunden. Bei frühen Absatzmeldungen ist das in der Branche üblich. Zum Start war Kinect mit bis zu 17 Spielen vertreten und über mehr als 60.000 Handelspartner in 38 Ländern erhältlich. Don Mattrick, damals President der Interactive Entertainment Business, kommentierte die Resonanz so: „We are appreciative of the response we have seen from consumers that has culminated in sales of more than 1 million units in the first 10 days on the market for Kinect for Xbox 360.“ Wie sich die Forderungen nach mehr Kinect-Funktionen später entwickelten, zeigte sich erst in den Folgejahren.

Eine Xbox 360 auf dem Höhepunkt

Die Verkaufsmeldung fiel in eine starke Phase der Plattform. Nach Microsofts Angaben führte die Xbox 360 zu diesem Zeitpunkt seit vier Monaten den US-Konsolenmarkt an, weltweit standen rund 45 Millionen Geräte in den Haushalten. Der Onlinedienst Xbox Live zählte nach Unternehmensangaben 25 Millionen Mitglieder, die monatlich mehr als eine Milliarde Stunden auf der Plattform verbrachten. Kinect sollte diese Basis erweitern und die Konsole auch für Käufer öffnen, die mit einem klassischen Gamepad wenig anfangen konnten.

Warum Microsoft die Prognose nach oben schraubte

Wer das Absatzziel binnen zehn Tagen von drei auf fünf Millionen Einheiten anhebt, traut dem Weihnachtsgeschäft 2010 spürbar mehr zu als noch zur Markteinführung. Für die laufende Xbox-360-Generation brachte der Sensor zusätzliches Hardwarevolumen und dazu passende Software, denn Kinect-Titel wurden separat verkauft. Bemerkenswert war vor allem, dass die erste Million ohne nennenswerte Bindung an Konsolenkäufe zustande kam. Das Zubehör verkaufte sich also als eigenständiges Produkt im Endkundengeschäft und tat genau das, was Microsoft mit der Bewegungssteuerung erreichen wollte: die vorhandene Plattform an ein neues Publikum heranführen.

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