Bethesda Softworks erweiterte die Reihe um einen Koop-Ableger: Wolfenstein: Youngblood kam am 26. Juli 2019 für PC, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch heraus. Verantwortlich zeichneten gleich zwei Studios. MachineGames steuerte das Know-how aus dem Neustart der Serie bei, das Lyoner Arkane-Team brachte seine Level-Design-Erfahrung aus der Dishonored-Reihe mit. Aus dieser Doppelautorenschaft entstand ein Shooter, der beide Handschriften trägt.
Zwei Schwestern, eine offenere Mission-Struktur
Zum ersten Mal in der Reihe ist das gesamte Spiel von Grund auf für Zweispieler-Koop gebaut. Spielbar sind die Zwillingstöchter von B.J. Blazkowicz, Jessie und Zofia, die sich gemeinsam durch die Kampagne schlagen. Wer allein loszieht, bekommt die zweite Schwester als KI-Begleiterin zur Seite gestellt. Die Aufträge laufen nicht mehr strikt linear ab wie in den Vorgängern, sondern lassen sich in frei wählbarer Reihenfolge angehen, organisiert über eine Art Basis als zentralen Ausgangspunkt.
Dazu kommen leichte Rollenspiel-Anleihen. Beide Figuren lassen sich mit freischaltbarer Ausrüstung und neuen Fähigkeiten ausbauen, Gegner besitzen Stufen und Trefferpunkte. Diese Aufwertung von Charakter und Waffen rückt das Spiel weg vom Aufbau der Hauptreihe und legt es stärker darauf an, dieselben Gebiete mehrfach zu durchkämmen. Das schlägt eine andere Richtung ein als die nummerierten Wolfenstein-Teile, die ihre Kampagnen einmal durchspielen ließen.
Paris 1980 auf bewährter Engine
Die Handlung springt 19 Jahre hinter die Ereignisse von Wolfenstein II: The New Colossus und führt ins Jahr 1980, in ein von Nazis besetztes Paris. Die Schwestern suchen ihren verschwundenen Vater und stoßen dabei auf eine Verschwörung. Technisch setzt der Ableger weiter auf die id Tech 6 Engine, die schon in den jüngeren Teilen lief. Vorgestellt wurde Wolfenstein: Youngblood auf der E3 2018, und zwar als eigenständiges Spin-off, das neben der nummerierten Hauptreihe steht statt sie fortzusetzen.