Ubisoft hat am 15. Mai 2024 die Zahlen für das Geschäftsjahr 2023-24 veröffentlicht und dabei sowohl bei den jährlichen als auch bei den Net-Bookings des vierten Quartals neue Höchstwerte erreicht. Die Net Bookings des Gesamtjahres beliefen sich auf 2.321,4 Mio. Euro, ein Plus von 33,5 Prozent gegenüber den 1.739,5 Mio. Euro des Vorjahres. Im vierten Quartal stiegen die Net Bookings auf 872,7 Mio. Euro, nach 313,2 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahresquartal. Parallel dazu kletterte die nicht nach IFRS bilanzierte Nettoverschuldung von 662 Mio. Euro zum Ende März 2023 auf 985 Mio. Euro zum 31. März 2024.
In der Ergebnisrechnung zeigt sich die Trendwende deutlich. Das Non-IFRS-Betriebsergebnis lag bei 401,4 Mio. Euro und damit im Rahmen der ausgegebenen Zielmarke, nachdem im Vorjahr ein operativer Verlust von 500,2 Mio. Euro angefallen war. Der den Aktionären zurechenbare Non-IFRS-Nettogewinn betrug 252,0 Mio. Euro, entsprechend einem verwässerten Ergebnis je Aktie von 1,79 Euro, gegenüber einem Non-IFRS-Verlust von 400,0 Mio. Euro und minus 3,30 Euro je Aktie im Vorjahr. Nach IFRS verbuchte das Unternehmen einen den Aktionären zurechenbaren Nettogewinn von 157,8 Mio. Euro. Der Digitalanteil an den Net Bookings lag bei 85,6 Prozent. Der Back-Catalog steuerte 1.498,1 Mio. Euro bei, ein Plus von 49,2 Prozent, getragen vor allem von Rainbow Six Siege.
Profitabilität trifft auf wachsende Verschuldung
Bei den Erträgen kehrte Ubisoft nach dem tiefroten Vorjahr in die operative Gewinnzone zurück, was CEO Yves Guillemot als ersten Schritt eines Turnarounds beschreibt. Die Bilanzseite entwickelte sich gegenläufig. Die Non-IFRS-Nettoverschuldung wuchs um rund 323 Mio. Euro, obwohl das fixe Kostengerüst im Geschäftsjahr um etwa 150 Mio. Euro reduziert wurde. Hauptgrund war ein Anstieg des Working Capital um 484,1 Mio. Euro, der den positiven Non-IFRS-Cashflow aus dem operativen Geschäft von 90,8 Mio. Euro überlagerte. Der Non-IFRS-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit blieb dadurch mit minus 393,3 Mio. Euro negativ. Die nach IFRS ausgewiesene Nettoverschuldung lag mit 1.304 Mio. Euro noch höher, wovon 319 Mio. Euro auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16 entfielen.
Zum Stichtag 31. März 2024 verfügte die Gruppe über ein Eigenkapital von 1.877 Mio. Euro sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1.205 Mio. Euro. Das angekündigte Programm zur jährlichen Kostensenkung von 200 Mio. Euro soll bis zum Geschäftsjahr 2025-26 vollständig greifen. Die Schere zwischen wachsenden Net Bookings und steigender Verschuldung blieb damit offen: Die auf Ergebnisebene ausgewiesene Profitabilität schlug sich noch nicht in einer Entschuldung nieder, weil viel Kapital in der laufenden Produktentwicklung gebunden war.
Strategische Neuausrichtung und Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2024-25 stellte Ubisoft solides Wachstum der Net Bookings, einen leichten Anstieg des Non-IFRS-Betriebsergebnisses sowie einen positiven freien Cashflow in Aussicht. Für das erste Quartal 2024-25 wurden Net Bookings von rund 275 Mio. Euro erwartet. Die Produktpalette stützte sich auf Star Wars Outlaws und das später verschobene Assassin’s Creed Shadows sowie auf Titel wie Rainbow Six Mobile, The Division Resurgence und XDefiant. Inhaltlich konzentrierte sich das Unternehmen künftig auf zwei Säulen, die Rückgewinnung der Führungsposition bei Open-World-Abenteuern und den Ausbau bei Games-as-a-Service-nativen Erfahrungen.
Die Zahlen fielen in eine Phase, in der die Eigentümerstruktur von Ubisoft unter Beobachtung stand. Operative Erholung und gestiegene Verschuldung lieferten den Hintergrund für die spätere Umstrukturierung, in deren Verlauf Tencent und die Gründerfamilie Guillemot eine neue Tochtergesellschaft für zentrale Marken aufsetzten. Die Kennzahlen aus dem offiziellen Earnings-Bericht markieren damit den finanziellen Ausgangspunkt der anschließenden Debatte über die Aufstellung des Konzerns. Der vollständige Bericht ist über den Link zur Originalquelle abrufbar.
Die Angaben basieren auf der offiziellen Originalquelle.
