Ubisoft Entertainment hat am 14. Mai 2025 die Zahlen für das Geschäftsjahr 2024-25 (Stichtag 31. März 2025) vorgelegt. Die Net Bookings beliefen sich auf 1.846,4 Mio. Euro und lagen damit leicht unter dem eigenen Ziel. Als Grund nennt der Konzern vor allem schwächer als erwartet ausgefallene Partnerschaften, im Wesentlichen ein zeitlicher Verschiebungseffekt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 20,5 Prozent. Die IFRS-15-Umsätze sanken um 17,5 Prozent auf 1.899,2 Mio. Euro.
Beim Ergebnis weist Ubisoft ein Non-IFRS-Operating-Income von minus 15,1 Mio. Euro aus, was nach Angaben des Unternehmens der Guidance entspricht. Das IFRS-Operating-Income fiel mit minus 82,6 Mio. Euro deutlich negativer aus. Der Free Cash Flow lag mit 128 Mio. Euro über dem Ziel, getragen von einem operativen Cashflow von 169 Mio. Euro. Die Nettoverschuldung verbesserte sich auf 885 Mio. Euro, die Liquidität bezifferte der Konzern auf rund 1 Mrd. Euro. Schon im April hatte die Ubisoft-Aktie ihren tiefsten Stand seit 2013 markiert. Die digitalen Net Bookings machten mit 1.585,4 Mio. Euro 85,9 Prozent des Gesamtvolumens aus, der Back-Catalog steuerte 1.296,3 Mio. Euro bei.
Rekord-Quartal durch Assassin’s Creed Shadows
Das vierte Quartal bezeichnete Ubisoft mit 902 Mio. Euro Net Bookings als Rekordquartal, wobei die zehn größten Marken ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichneten. Wesentlicher Treiber war der Start von Assassin’s Creed Shadows am 20. März 2025. Der Titel erzielte laut Konzern den zweithöchsten Day-1-Umsatz der Serie nach Assassin’s Creed Valhalla und setzte einen Rekord für Ubisofts Day-1-Performance im PlayStation-Digitalstore. Über die First-Party-Stores hinweg gibt Ubisoft eine durchschnittliche Spielerbewertung von 91 von 100 Punkten an, gemessen über PlayStation Store, Xbox Store, Epic Games Store und Steam. Bis zum Stichtag spielten Nutzer rund 160 Millionen Stunden im Titel, der als erstes Spiel auf der überarbeiteten hauseigenen Anvil-Engine basiert.
Bei den Aktivitätskennzahlen meldete Ubisoft über Console und PC 134 Millionen Unique Active Players und 36 Millionen MAUs im Geschäftsjahr. Die Marken Assassin’s Creed und Rainbow Six hielten das vierte Jahr in Folge jeweils rund 30 Millionen Unique Active Players, Far Cry blieb bei etwa 20 Millionen. Rainbow Six Siege bereitete mit dem Start der zehnten Jahres-Season den für den 10. Juni 2025 geplanten Übergang zu Siege X vor, das ein angepasstes Geschäftsmodell mit kostenlosem Zugang zu Teilen des Spiels einführt.
Neue Tochtergesellschaft, Tencent-Deal und gedämpfter Ausblick
Ubisoft kündigte an, bis Jahresende eine neue Konzernorganisation vorzustellen. Teil davon ist die im März 2025 angekündigte neue Tochtergesellschaft, in die drei der größten Marken einfließen und an der sich Tencent als strategischer Partner beteiligt. Die Transaktion soll Ubisoft auf konsolidierter Basis vollständig entschulden, der Abschluss wird bis Ende 2025 erwartet. Der unabhängige Sachverständige Finexsi kam in einer Fairness Opinion zu dem Schluss, dass die Transaktion aus finanzieller Sicht für die Aktionäre fair ist. Das ursprüngliche Kostensenkungsprogramm schloss Ubisoft vorzeitig und leicht oberhalb des Ziels von 200 Mio. Euro ab. Über die nächsten zwei Jahre sollen mindestens 100 Mio. Euro an zusätzlichen Fixkosten wegfallen.
Für das Geschäftsjahr 2025-26 stellt Ubisoft stabile Net Bookings im Jahresvergleich in Aussicht, ein annähernd ausgeglichenes Non-IFRS-Operating-Income sowie einen negativen Free Cash Flow als Folge des Konzernumbaus. Nach Abschluss der Tencent-Transaktion erwartet der Konzern eine konsolidierte Nettoverschuldung von rund null. Eine Rückkehr zu positivem Non-IFRS-Operating-Income und positiver Cashflow-Generierung stellt Ubisoft für das Geschäftsjahr 2026-27 in Aussicht. Begründet wird die gedämpfte Erwartung unter anderem damit, dass mehrere große Produktionen zusätzliche Entwicklungszeit erhalten und der wesentliche Content-Schub aus den größten Marken auf die Geschäftsjahre 2026-27 und 2027-28 fällt.
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