Nur wenige Tage nach der milliardenschweren Übernahme des Brettspielherstellers Asmodee kündigt der schwedische Publisher The Embracer Group die nächste große Akquisition an: Der US-Verlag Dark Horse wechselt den Besitzer. Zu Dark Horse gehört insbesondere der Comicverlag Dark Horse Comics, nach Marvel und DC Comics die Nummer drei im nordamerikanischen Markt. Das bestätigte Embracer in einer offiziellen Pressemitteilung.
In den Tagen zuvor hatte es Gerüchte gegeben, wonach unter anderem Netflix und Disney an einer Übernahme von Dark Horse interessiert seien. Als möglicher Käufer wurde die Embracer Group zunächst nicht gehandelt. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht.
Dark Horse verlegt neben eigenen Marken wie The Mask und Timecop auch zahlreiche Werke auf Lizenzbasis, darunter Comics zu Star Wars, Stranger Things und The Witcher. Auch Merchandise und Comics zu bekannten Videospielmarken wie Halo, Far Cry und Apex Legends gehören zum Portfolio des Verlags.
Vier Übernahmen an einem einzigen Tag
Der Kauf von Dark Horse ist dabei nicht die einzige Meldung des Tages: Embracer gab zeitgleich bekannt, für rund 125 Millionen US-Dollar das Unternehmen Perfect World Entertainment zu übernehmen, das unter anderem die Online-Rollenspiele Neverwinter und Star Trek Online betreibt. Außerdem wechselt das aus Florida stammende Entwicklerstudio Shiver Entertainment zu Embracer, und in Deutschland kauft der Konzern das Berliner Unternehmen Spotfilm Networx, das sich als Marktführer bei werbefinanzierten Video-on-Demand-Spielfilmen bezeichnet.
The Embracer Group ist in den vergangenen Jahren durch eine Vielzahl kleinerer und größerer Studiokäufe gewachsen. Zum Konzern gehören inzwischen unter anderem Gearbox Software (Duke Nukem, Borderlands), 4A Games (Metro Exodus), Warhorse Studios (Kingdom Come: Deliverance), Piranha Bytes (Gothic, Risen, Elex) und Gunfire Games (Darksiders). Der hierzulande bekannteste Ableger ist der Münchner Publisher Koch Media mit dem Label Deep Silver, der Anfang 2018 für rund 121 Millionen Euro übernommen wurde, damals noch unter dem Namen THQ Nordic.
