Quo Vadis 2018: Entwickler diskutieren Recht, Marketing und Förderung

Auf der Berliner Entwicklerkonferenz Quo Vadis am 24. und 25. April 2018 ging es um rechtliche Fragen, Marketing und die Finanzierung deutscher Spieleproduktionen. Der Konferenzbericht fasst Beiträge von Entwicklern, Juristen und Branchenvertretern zusammen.

Ein Schwerpunkt lag auf der Datenschutz-Grundverordnung, die am 25. Mai 2018 in Kraft treten sollte. Der Rechtsanwalt Christian Rauda empfahl Spielefirmen, sich rechtzeitig mit Datenschutz und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für digitale Angebote zu befassen. Auch Widerrufsrechte bei Ingame-Gegenständen und die rechtliche Behandlung von Lootboxen wurden diskutiert.

Influencer als Vertriebsweg für Spiele

Für die Vermarktung rückten Influencer und Live-Streams in den Mittelpunkt. Matchmade analysierte laut Konferenzbericht die Marktsituation eines Spiels und vermittelte passende Kampagnen mit Veranstaltungen in sozialen Medien, Streams und Meinungsanfragen. Twitch und YouTube galten dabei als wichtige Kanäle, um jüngere Zielgruppen zu erreichen.

Wenig Geld für aufwendige Produktionen

Benedikt Grindel von Blue Byte verwies auf die begrenzten Mittel deutscher Studios für große Produktionen. Zwischen 2014 und 2017 verkauften sich laut den auf der Konferenz genannten Zahlen in Deutschland nur zwei Spiele aus deutscher Produktion in mindestens einem Jahr mehr als 100.000 Mal. Für Produktionen aus den USA wurden 49, aus Kanada 43 und aus Japan 40 solcher Titel genannt.

Der Branchenverband GAME forderte einen Fonds von mindestens 50 Millionen Euro. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag eine stärkere Förderung der Spieleentwicklung angekündigt. Die Konferenz behandelte damit neben Produktionsfragen auch die Rahmenbedingungen für den Standort Deutschland.

Die technische Seite der Veranstaltung war bereits bei Quo Vadis 2015 ein Schwerpunkt. Drei Jahre später standen zusätzlich Datenschutz, Vermarktung und öffentliche Förderung im Zentrum der Berichte aus Berlin.

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