Release Manager Jani Heikkinen hat am 22. Dezember 2016 die Veröffentlichung von Qt 5.8.0 als Release Candidate bestätigt. Das plattformübergreifende Anwendungsframework erreicht damit die nächste Teststufe nach der im November veröffentlichten Beta von Qt 5.8. Eine finale Freigabe ist diese Meldung noch nicht.
Grafik-Backends und QML-Cache
Die historische Funktionsübersicht für Qt 5.8 beschreibt einen von OpenGL entkoppelten Scene Graph für Qt Quick. Dadurch werden andere Grafik-Backends möglich. Die Version sieht ein experimentelles Direct3D-12-Backend vor; die Nennung von Vulkan als mögliche Grundlage ist dagegen keine Zusage eines fertigen Vulkan-Renderers.
Der bisher separat angebotene Qt Quick 2D Renderer wird als Software-Backend integriert. Zudem lassen sich aus QML- und JavaScript-Dateien erzeugte Strukturen auf dem Datenträger zwischenspeichern. Dieser Cache soll Startzeit und Speicherbedarf reduzieren. Konkrete Leistungsgewinne für ein bestimmtes Projekt nennt die RC-Ankündigung nicht.
Qt Lite macht den Bibliotheksumfang konfigurierbar
Das überarbeitete Konfigurationssystem erlaubt es, einzelne Funktionen und Schnittstellen aus einem Qt-Build auszuschließen. Gedacht ist das insbesondere für eingebettete Geräte, es kann aber auch Desktop- und Mobilprojekte betreffen. Ein kleinerer Build muss weiterhin sämtliche vom jeweiligen Programm benötigten APIs enthalten.
Für Entwickler eigener Werkzeuge und interaktiver Oberflächen sind damit sowohl Darstellung als auch Auslieferungsumfang betroffen. Der Release Candidate bietet einen konkreten Stand für Kompatibilitätstests; experimentelle Bestandteile werden durch diese Bezeichnung nicht automatisch produktionsreif.

