October 2024 GDK: Verkürzte Verzeichnisstruktur der Extension-Libraries und Ende des VS-2017-Toolsets

Microsoft hat mit dem am 7. November 2024 veröffentlichten October 2024 GDK zwei Änderungen eingeführt, die direkt in die Build-Pipeline von Spieleprojekten eingreifen. Zum einen wurde die Verzeichnisstruktur der Extension-Libraries verkürzt, zum anderen entfällt die Unterstützung für das Build-Toolset v141. Beide Punkte betreffen vor allem Studios mit eigenen oder angepassten Build-Systemen, die nicht ausschließlich auf die mitgelieferte MSBuild-Integration setzen.

Verkürzte Pfade für XSAPI, XCURL, GameChat und PlayFab

Mit dem October 2024 GDK wurde das Verzeichnislayout der Extension-Libraries angepasst, um die Gesamtlänge der Pfade zu reduzieren und die Nutzung in eigenen Build-Systemen zu vereinfachen. Betroffen sind die Bibliotheken XSAPI, XCURL, GameChat und PlayFab. Der bisher tief verschachtelte Pfad „DesignTime\CommonConfiguration\neutral\ExtensionLibrary.props“ liegt nun direkt als „ExtensionLibrary.props“ vor. Entsprechend wird aus „DesignTime\CommonConfiguration\neutral\Include“ das verkürzte „Include“ und aus „DesignTime\CommonConfiguration\neutral\Lib“ das Verzeichnis „Lib\x64“.

Auch die Redistributable-Pfade folgen diesem Muster: „Redist\CommonConfiguration\neutral“ wird zu „Redist\x64“. Für Projekte, die die MSBuild-Integration der Gaming.*.x64-Build-Plattformen verwenden, erfolgt die Umstellung automatisch und erfordert keinen manuellen Eingriff. Studios, die Pfade fest in eigenen Skripten oder CI-Pipelines hinterlegt haben, müssen die Referenzen dagegen aktualisieren, da die alten Verzeichnisse nicht mehr existieren. Wie eng die GDK-Werkzeuge inzwischen mit gängigen Engines verzahnt sind, zeigt etwa die Arbeit an den GDK-Plug-ins für Unreal-Workflows.

Ende der Unterstützung für das v141-Toolset

Mit dem October 2024 GDK entfällt zudem die Unterstützung für Builds mit dem v141-Toolset. GDK-Versionen vor October 2024 unterstützen das v141-Toolset laut Release-Notes weiterhin. Das Toolset v141 entspricht dem Compiler- und Build-Stand von Visual Studio 2017. Die IDE-Unterstützung für Visual Studio 2017 war bereits im October 2022 GDK entfallen, das v141-Toolset blieb für den Einsatz mit Visual Studio 2019 und 2022 jedoch übergangsweise verfügbar.

Mit der nun erfolgten Streichung müssen Projekte auf ein neueres Plattform-Toolset wechseln, etwa v142 für Visual Studio 2019 oder v143 für Visual Studio 2022. Teams, die ihre Build-Konfiguration noch auf v141 fixiert haben, müssen die entsprechenden Projektdateien anpassen, bevor sie mit dem October 2024 GDK kompilieren können. Die Übergangsphase seit dem Wegfall der VS-2017-IDE-Unterstützung hatte rund zwei Jahre Bestand. Parallel öffnet Microsoft die Xbox-Entwicklung weiter über das offizielle SDK hinaus, etwa mit einem Godot-Beispiel für die Xbox-Entwicklung auf dem PC.

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