Hello Games hat am 29. Januar 2025 das Update Worlds Part II (Version 5.5) für No Man’s Sky veröffentlicht. Das Studio aus Guildford erweitert damit die prozedurale Generierung des Universums um eine neue Sternenklasse und greift tief in die zugrunde liegende Terrain- und Rendering-Pipeline ein. Im Mittelpunkt stehen Milliarden zusätzlicher Sonnensysteme, deutlich größere Gas-Riesen, kilometertiefe Ozeane und ein überarbeitetes Wasser-Rendering. Das Update steht allen Plattformen offen, darunter Xbox Series X/S, Xbox One sowie dem Xbox Game Pass, und wird wie alle bisherigen Erweiterungen des Titels kostenlos ausgeliefert.
Prozedurale Generierung: neue Sternenklasse und größere Gas-Riesen
Technischer Kern des Updates ist eine Ausweitung des Generierungsalgorithmus. Hello Games beziffert den Zuwachs mit Milliarden neuer Sonnensysteme und Billionen neuer Planeten, die über eine neu eingeführte Sternenklasse erschlossen werden. Diese purpurfarbenen Systeme erzeugen unentdeckte Welten, ohne bereits bestehende Planeten zu regenerieren. Der von Spielern erkundete Bestand bleibt damit unangetastet, während sich der Generierungsraum nach oben öffnet. Hinzu kommen neue Biome und Geländetypen, die der Algorithmus aus den überarbeiteten Parametern ableitet.
Am auffälligsten zeigt sich die erweiterte Generierung an den Gas-Riesen. Laut Hello Games erreichen diese Körper etwa das Zehnfache der bisher größten Planetengröße im Spiel und werden von eigenen Monden umkreist. Sie zeichnen sich durch hohen atmosphärischen Druck, starke Gravitation und volatile Atmosphären mit ausgedehnten Sturmsystemen aus. Inhaltlich siedelt das Studio sie im Endgame an. Die Skalierung dieser Objekte stellt zugleich Anforderungen an Streaming und Detailauflösung, da die größere Oberfläche bei gleichbleibender Renderdistanz mehr Geometrie über die LOD-Stufen verteilt. Wer Hello Games seit dem holprigen Start kennt, weiß, dass solche Eingriffe in die Engine beim Studio inzwischen Routine sind, etwa als das Team einen 611 Stunden alten Spielstand händisch reparierte.
Wasser-Rendering, tiefe Ozeane und überarbeitete Beleuchtung
Parallel zur Terraingenerierung hat Hello Games das Wasser-Rendering neu aufgesetzt. Die Wasseroberfläche spiegelt nun Wolken, Nebel und andere Planeten, und eine erweiterte Subsurface-Streuung erzeugt Lichtreflexe, wenn Sonnenlicht über einen Wellenkamm streift. Der Generierungsalgorithmus erlaubt zudem deutlich tiefere Ozeane. Wasserwelten können sich über mehrere Kilometer in die Tiefe erstrecken, mit neuen Tiefenzonen, die seltene Ressourcen enthalten. Begleitet wird das von einer überarbeiteten Beleuchtung mit Kaustiken, Lichtschächten und detaillierteren Schatten sowie angepasster Physik für die Interaktion von Kreaturen mit dem Wasser.
Worlds Part II gehört zur fortlaufenden Update-Politik, mit der Hello Games den 2016 erschienenen Titel seit Jahren ohne zusätzliche Kosten ausbaut. Das Studio verweist auf das neunte Jahr seit Veröffentlichung und liefert mit der Erweiterung neben der Technik auch eine neue, mehrjährig angelegte Erzählmission sowie eine Expedition aus. Dass ein kleines Studio Generierungstechnik und Rendering im laufenden Betrieb austauschen kann, ohne den bestehenden Spielstand der Nutzer zu verwerfen, bleibt im Genre eine Seltenheit. Ähnliche Ambitionen beim Weltraum-Sandbox wurden zuletzt vor allem mit Starfield verbunden, das einen anderen, stärker handgebauten Ansatz verfolgt.
