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Mozilla-Studie: Microsoft treibt Nutzer mit schädlichen Designtricks zu Edge

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Mozilla-Studie: Microsoft treibt Nutzer mit schädlichen Designtricks zu Edge
Mozilla-Studie: Microsoft treibt Nutzer mit schädlichen Designtricks zu Edge - offizielles Motiv - Bild: offizielle Quelle

Eine von Mozilla in Auftrag gegebene Studie wirft Microsoft vor, Windows-Nutzer mit gezielten Designtricks zur Verwendung des hauseigenen Browsers Edge zu drängen. Die Untersuchung mit dem Titel „Over the Edge“ wurde am 3. Februar 2024 veröffentlicht und stammt von den auf Nutzerpsychologie und Technikethik spezialisierten Autoren Harry Brignull und Cennydd Bowles.

Im Zentrum der Kritik steht die sogenannte First Run Experience von Edge. Da Edge der einzige vorinstallierte Browser unter Windows ist, müssen Nutzer beim ersten Start zunächst durch mehrere Bildschirme dieses Einrichtungsassistenten navigieren, bevor sie überhaupt einen alternativen Browser herunterladen können. Die Studie beschreibt zudem grau hinterlegte, schwer erkennbare Kontrollkästchen, über die Nutzer der Datenerfassung zustimmen, ohne dass diese Funktion klar als solche gekennzeichnet ist.

Ein eigenes Protokoll für Edge-Links

Besonders detailliert beschreiben die Autoren das von Microsoft eingeführte Protokoll „microsoft-edge://“, das in mehreren hauseigenen Anwendungen anstelle des Standardprotokolls „https://“ verwendet wird. Betroffen sind unter anderem die Taskleisten-Suche, die Widgets-Ansicht, Outlook, Teams und Copilot. Klickt ein Nutzer dort auf einen Link, öffnet sich dieser automatisch in Edge, selbst wenn zuvor bewusst ein anderer Browser als Standard eingestellt wurde.

Die Studie dokumentiert außerdem, dass Windows bei der Umstellung auf einen alternativen Standardbrowser zusätzliche Hürden einbaut, etwa wiederkehrende Hinweise oder erschwerte Einstellungspfade. Wer einmal einen anderen Browser als Standard gewählt hat, werde laut den Autoren an mehreren Stellen im System erneut zur Rückkehr zu Edge aufgefordert.

Marktanteile trotz Druck überschaubar

Am eigentlichen Marktgeschehen ändern die beschriebenen Methoden bislang wenig. Nach Zahlen von StatCounter für Januar 2024 kam Chrome auf einen Marktanteil von 64,38 Prozent, gefolgt von Safari mit 18,86 Prozent. Edge lag bei 5,35 Prozent, Firefox bei 3,3 Prozent. Die Autoren der Studie führen genau diese Diskrepanz zwischen aggressiver Bewerbung und vergleichsweise geringem Erfolg als Beleg dafür an, wie sehr Nutzer trotz der Hürden an ihren gewohnten Browsern festhalten.

Als Folge der beschriebenen Praktiken nennt die Studie Verunsicherung bei Nutzern, unfreiwillig geteilte Daten, Frustration im Umgang mit dem Betriebssystem und einen schleichenden Vertrauensverlust gegenüber der Technikbranche insgesamt. Zudem werde echter Wettbewerb zwischen Browserherstellern durch solche Maßnahmen zusätzlich erschwert.

Mozilla verweist in der Studie auf den Digital Markets Act der EU als möglichen Lösungsansatz und schlägt vor, dass Windows bei der Ersteinrichtung künftig einen echten Auswahlbildschirm für Browser anzeigen müsste, ähnlich wie es einige Anbieter in der EU inzwischen umsetzen. Eine Stellungnahme von Microsoft zu den Vorwürfen lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Studie nicht vor.

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