Microsoft streicht rund 9.000 Stellen: The Initiative dicht, Perfect Dark und Everwild eingestellt

Microsoft hat am 2. Juli 2025 konzernweit rund 9.000 Stellen gestrichen, und die Gaming-Sparte trifft es dabei besonders deutlich. In einer internen Mitteilung an die Belegschaft kündigte Microsoft-Gaming-Chef Phil Spencer an, die Arbeit in einzelnen Geschäftsbereichen zu beenden oder zurückzufahren und dem Konzern beim Abbau von Führungsebenen zu folgen. Es war bereits die vierte Entlassungsrunde bei Microsoft Gaming innerhalb von rund 18 Monaten, nach den Wellen im Januar, Mai und September 2024. Schon bei der vorigen Runde hatte Xbox Hunderte Stellen gestrichen und mehrere Eigenproduktionen gestoppt.

Am sichtbarsten ist die Schließung von The Initiative. Das Studio in Santa Monica war 2018 als interne Neugründung gestartet und arbeitete fast sieben Jahre an einem Reboot von Perfect Dark, zuletzt gemeinsam mit Crystal Dynamics. Mit dem Aus des Studios wird auch Perfect Dark eingestellt. In einer separaten Mitteilung an seine Teams bestätigte Xbox-Game-Studios-Chef Matt Booty, dass neben Perfect Dark auch Everwild von Rare gestrichen wird und mehrere unangekündigte Projekte auslaufen. Everwild befand sich seit rund einem Jahrzehnt in Entwicklung und hatte nach mehreren Neuanfängen nie ein tragfähiges Spielkonzept gefunden. Rare selbst bleibt bestehen.

Turn 10 verliert die Hälfte des Teams, King kürzt in Barcelona

Auch laufende Marken bekommen den Abbau zu spüren. Beim Forza-Motorsport-Entwickler Turn 10 fallen Berichten zufolge nahezu 50 Prozent der Stellen weg. Bei King in Barcelona, dem Studio hinter Candy Crush, trifft es etwa 200 Beschäftigte, was rund zehn Prozent der dortigen Belegschaft entspricht. Betroffen sind ferner ZeniMax Online Studios, wo ein in Arbeit befindliches MMORPG eingestellt wurde, sowie weitere Bereiche der Organisation. Microsoft reduziert damit konzernweit Managementebenen und lenkt Mittel auf priorisierte Vorhaben.

Spencers Begründung und der Zustand der Plattform

Spencer beschrieb die Einschnitte in seiner Mitteilung als notwendig, um die Gaming-Sparte auf dauerhaften Erfolg auszurichten und sich auf strategische Wachstumsfelder zu konzentrieren. Zugleich räumte er ein, dass die Schritte zu einem Zeitpunkt kämen, an dem es mehr Spieler, Spiele und Spielstunden gebe als je zuvor, und sprach davon, dass Plattform, Hardware und Spiele-Roadmap noch nie stärker dagewesen seien. Den laufenden Erfolg führte er auf frühere, schwierige Entscheidungen zurück. Booty betonte parallel, dass mehr als 40 Projekte weiterhin in aktiver Entwicklung seien und alle beim Xbox Games Showcase im Juni gezeigten Titel fortgeführt würden. Damit verschiebt sich das Studioportfolio in Richtung weniger, dafür stärker priorisierter Vorhaben, während mehrjährige Projekte wie Perfect Dark und Everwild ohne Veröffentlichung enden.

Für die Betroffenen blieb es nicht beim Schock über den Jobverlust. Im Nachgang sorgte ein Xbox-Manager für Empörung, der entlassenen Mitarbeitern KI-Tools zur Bewältigung des Jobverlusts empfahl.

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