Microsoft hat die kurz zuvor verkündete Preisanhebung für Xbox Live Gold am 22. Januar 2021 zurückgenommen. Keine 24 Stunden zuvor hatte der Konzern noch angekündigt, die Tarife für den Online-Dienst spürbar anzuheben. Die Kritik aus der Spielerschaft riss in dieser kurzen Zeit nicht ab, und das verantwortliche Team ruderte zurück. Die geplanten Preisänderungen kommen nicht. In der Stellungnahme heißt es wörtlich: „Connecting and playing with friends is a vital part of gaming and we failed to meet the expectations of players who count on it every day.“
Bestandskunden behalten ihre bisherigen Verlängerungspreise. Wer neu einsteigt oder zurückkehrt, zahlt weiterhin die ursprünglichen US-Tarife: 9,99 US-Dollar für einen Monat, 24,99 US-Dollar für drei Monate, 39,99 US-Dollar für sechs Monate und 59,99 US-Dollar für zwölf Monate. Die geplante Erhöhung hätte vor allem die kürzeren Laufzeiten verteuert und in der Rechnung übers Jahr eine kräftige Aufschlagsumme ergeben.
Gold-Pflicht für Free-to-Play-Titel entfällt
Neben der Rücknahme der Preiserhöhung kündigte Microsoft noch eine zweite, größere Änderung am Dienst an. In den kommenden Monaten soll für Free-to-Play-Spiele auf Xbox-Konsolen keine aktive Xbox-Live-Gold-Mitgliedschaft mehr nötig sein. Bis dahin galt die Regel auch für Titel wie Fortnite, Call of Duty: Warzone, Apex Legends oder Rocket League, also für Spiele, die selbst nichts kosten. Wer sie online spielen wollte, brauchte trotzdem ein bezahltes Abo. An dieser Kopplung hatte sich über Jahre Kritik festgemacht, zumal konkurrierende Plattformen den Onlinezugang für Free-to-Play-Titel ohne Zusatzabo erlaubten.
Was hinter der schnellen Korrektur steckt
Die Kehrtwende kam zu einem Zeitpunkt, an dem Microsoft sein Abomodell immer stärker auf den Xbox Game Pass zuschneidet. Im gebündelten Ultimate-Paket steckt Xbox Live Gold ohnehin schon drin. Hätte der reine Online-Dienst mehr gekostet, wäre der Preisabstand zum umfassenderen Bundle geschrumpft, und genau das hätte die Positionierung des Game Pass durcheinandergebracht. Eine günstige Variante dieser Strategie zeigt sich auch im Drumherum der Plattform, etwa beim Xbox Game Pass Ultimate. Fällt die Gold-Pflicht für Free-to-Play-Spiele weg, verschwindet zugleich eine Hürde für eine große Gruppe von Nutzern, die bislang allein für den Zugang zu kostenlosen Titeln zahlen mussten. Für plattformübergreifende Free-to-Play-Spiele auf Xbox-Hardware sinkt damit die Barriere, überhaupt erst loszulegen.