Auf der Ignite 2024 hat Microsoft am 19. November 2024 Azure AI Foundry gezeigt, eine Plattform zum Entwerfen, Anpassen und Verwalten von KI-Anwendungen und Agenten. Foundry fasst bestehende Azure-AI-Modelle, Werkzeuge sowie Funktionen für Sicherheit und Monitoring zusammen und arbeitet mit Entwicklerumgebungen wie GitHub, Visual Studio und Copilot Studio zusammen. Wer Cloud- und KI-Funktionen in Spiele oder Backend-Dienste einbaut, findet hier die Infrastruktur für Modellanbindung, Orchestrierung und Betrieb.
SDK, Portal und Agent Service
Im Zentrum steht das Azure AI Foundry SDK, das als Preview eine einheitliche Toolchain zum Anpassen, Testen, Bereitstellen und Verwalten von KI-Anwendungen liefert. Laut Microsoft enthält das SDK 25 vorgefertigte App-Vorlagen und bündelt Bausteine wie Azure OpenAI, Modell-Inferencing, Azure AI Search, den Azure AI Agent Service sowie Funktionen für Evaluation und Tracing. Zum Start gibt es das SDK in Python und C, eine JavaScript-Variante ist angekündigt. Dazu kommt das Azure AI Foundry Portal, das an die Stelle des bisherigen Azure AI Studio tritt und als visuelle Oberfläche zum Auffinden und Bewerten von Modellen und Diensten dient. Ein neues Management Center sammelt Abonnementinformationen und Steuerungsfunktionen für die teamübergreifende Kontrolle.
Ebenfalls als Preview kommt der Azure AI Agent Service. Er richtet sich an professionelle Entwickler und soll das Orchestrieren, Bereitstellen und Skalieren von unternehmenstauglichen Agenten ermöglichen. Microsoft nennt Bring-your-own-storage sowie privates Networking als Funktionen, die Datenschutz- und Compliance-Anforderungen abdecken. Den Dienst kündigte das Unternehmen zur Ignite für den Folgemonat an.
Autonome Agenten in Copilot Studio
Parallel baut Microsoft Copilot Studio um agentische Funktionen aus. Agenten können damit eigenständig Aktionen ausführen, ohne bei jedem Schritt erneut angestoßen zu werden, und sie reagieren auf Hintergrundereignisse. Eine Agenten-Bibliothek liefert Vorlagen für wiederkehrende Szenarien, etwa die Abwesenheitsverwaltung oder das Beschleunigen von Verkaufsaufträgen. Für die Spieleentwicklung entsteht so ein Werkzeugkasten, der Modellanbindung, Agenten-Orchestrierung und Cloud-Betrieb auf einer gemeinsamen Plattform vereint. Das vereinfacht den Anschluss von KI-Diensten an vorhandene Azure-Infrastruktur, wie sie auch viele Studios im Umfeld von XboxDev nutzen.
Die komplette Übersicht der auf der Ignite 2024 gezeigten Neuerungen steht im Book of News. Zu finden unter dem Link sind die Detailangaben zu den einzelnen Diensten und ihren Vorschauphasen.
