Microsoft hat in der Telefonkonferenz zum vierten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2024 (Quartal endend am 30. Juni 2024) am 30. Juli 2024 berichtet, dass der Umsatz aus Xbox Content & Services um 61 Prozent gestiegen ist. Finanzchefin Amy Hood bezifferte den Anteil der Activision-Blizzard-Akquisition an diesem Wachstum auf 58 Prozentpunkte. Im selben Quartal ging der Umsatz mit Xbox-Hardware um 42 Prozent zurück, in konstanter Währung waren es minus 41 Prozent. Die Zahlen trennen das zugekaufte Software- und Servicegeschäft, das den Gaming-Bereich trägt, klar vom schrumpfenden Konsolengeschäft.
Activision liefert 1,68 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz
Den konkreten Umsatzbeitrag des im Oktober 2023 abgeschlossenen Zukaufs weist Microsoft im Jahresbericht (Form 10-K) für das am 30. Juni 2024 beendete Fiskaljahr aus. Demnach erzielte Activision Blizzard im vierten Quartal einen Umsatz von 1,68 Milliarden US-Dollar bei einem operativen Verlust von 570 Millionen US-Dollar. Auf das gesamte Fiskaljahr gerechnet kam die Sparte auf 5,72 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen operativen Verlust von 1,36 Milliarden US-Dollar, belastet durch akquisitionsbedingte Aufwendungen. Der erworbene Anteil ist damit die zentrale Stütze des Gaming-Wachstums. Der gesamte Gaming-Umsatz legte im Quartal um 44 Prozent zu, wovon rund 40 Prozentpunkte auf Activision Blizzard entfielen. Organisch verblieb ein Zuwachs im niedrigen einstelligen Bereich. Dass die Übernahme das Xbox-Geschäft stützt, zeichnete sich bereits in den vorangegangenen Quartalen ab.
Konsolengeschäft schrumpft, Service-Modell trägt das Segment
Dem stark wachsenden Software- und Servicegeschäft steht ein einbrechender Hardwareabsatz gegenüber. Den Rückgang der Xbox-Hardware um 42 Prozent führte Microsoft auf ein geringeres Volumen verkaufter Konsolen zurück. Über das gesamte Fiskaljahr fiel der Hardwareumsatz um 13 Prozent, während Content & Services im Jahresvergleich um 50 Prozent zulegte, davon 44 Prozentpunkte durch die Akquisition. Das Geschäftsmodell verschiebt sich erkennbar: Die Entwicklung des Segments hängt zunehmend an Inhalten, Abonnements und dem zugekauften Portfolio, nicht an verkaufter Hardware. Microsoft hatte für Activision Blizzard rund 75,4 Milliarden US-Dollar aufgewendet. Der Quartalsverlust der Sparte zeigt zugleich, dass die Integration den Konzern auf der Aufwandsseite weiterhin belastet. Rechtliche Nachwehen der Transaktion sind ebenfalls noch nicht abgeschlossen, wie die Einigung im Aktionärsstreit über 250 Millionen US-Dollar belegt.
