Microsoft hat am 18. Juli 2019 die Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2019 vorgelegt, das am 30. Juni 2019 endete. Konzernweit kletterte der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 12 Prozent auf 33,7 Milliarden US-Dollar. Im Gaming lief es anders herum: Der Umsatz in diesem Bereich sank insgesamt um 10 Prozent. Der Rückgang fällt in eine Phase, in der die laufende Konsolengeneration auf ihr Ende zusteuert und sich der Wechsel zur nächsten Hardware bereits abzeichnet.
Hardware zieht die Bilanz nach unten
Am deutlichsten bewegte sich die Konsolen-Hardware. Der Umsatz mit Xbox-Hardware brach um 48 Prozent ein. Microsoft begründet das mit geringeren Stückzahlen bei den verkauften Konsolen. Solche Einbrüche sind im späten Lebenszyklus einer Konsolengeneration nichts Außergewoehnliches, denn viele Käufer warten ab, sobald ein Nachfolger in Aussicht steht. Für das Gaming-Ergebnis spielt die Hardware bei Microsoft ohnehin nur eine Teilrolle, weil der Konzern den Schwerpunkt mehr und mehr auf wiederkehrende Einnahmen aus Diensten und Abos legt. Wer die Hintergründe dieser Strategie nachlesen will, findet bei XboxDev entsprechende Einordnungen.
Stabiler lief es bei Xbox Software und Services. Hier ging der Umsatz nur um 3 Prozent zurück. Microsoft verweist dabei auf eine hohe Vergleichsbasis: Das Vorjahresquartal war in diesem Teilbereich besonders stark gewesen. Der kleine prozentuale Rückschritt steht im Kontrast zum massiven Einbruch bei der Hardware und zeigt, dass die Erlöse aus Diensten und Inhalten dem Konsolenzyklus weniger ausgeliefert sind als der reine Geräteverkauf.
Was das Konzernergebnis dazu sagt
Das Gaming-Geschäft gehört zum Segment More Personal Computing, das im Quartal 11,3 Milliarden US-Dollar umsetzte und damit um 4 Prozent wuchs. Innerhalb des Segments fingen andere Bereiche den Gaming-Rückgang auf. Der Windows-Umsatz stieg um 7 Prozent, getragen von OEM- und Commercial-Produkten, Surface legte um 14 Prozent zu, und die Suchwerbung ohne Traffic-Acquisition-Kosten wuchs um 9 Prozent. Auf Segmentebene hinterliess das schwache Gaming-Quartal damit keine Spuren.
Für die Xbox-Sparte war das Quartal ein Übergang. Die rückläufigen Hardware-Zahlen treffen auf einen Konzern, der sich auf Abomodelle und Cloud-Dienste konzentriert, deren Erlöse sich erst nach und nach in den Segmentzahlen niederschlagen. Die genauen Quartalsangaben und die Aufschlüsselung nach Geschäftsbereichen stehen in der Pressemitteilung von Microsoft Investor Relations zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2019.