Microsoft hat im Geschäftsbericht zum Geschäftsjahr 2022 erstmals einen Gaming-Umsatz von 16,2 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Die Zahl geht aus dem am 28. Juli 2022 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Form 10-K für das am 30. Juni 2022 abgeschlossene Geschäftsjahr hervor. Gegenüber dem Vorjahreswert von 15,37 Milliarden US-Dollar bedeutet das ein Plus von 860 Millionen US-Dollar oder sechs Prozent. Der Gesamtkonzernumsatz lag im selben Zeitraum bei 198,27 Milliarden US-Dollar.
Hardware trägt das Wachstum, Game Pass stützt die Services
Den größten Beitrag zum Zuwachs lieferte im Geschäftsjahr 2022 das Hardwaregeschäft. Der Umsatz mit Xbox-Hardware stieg um 16 Prozent, was Microsoft mit der anhaltenden Nachfrage nach den Konsolen Xbox Series X und Series S begründet. Der Bereich Xbox content and services, der erst- und drittanbieterseitige Inhalte sowie die Abodienste rund um Xbox Game Pass und Xbox Cloud Gaming bündelt, wuchs um drei Prozent. Als Treiber nennt das 10-K Zuwächse bei den Game-Pass-Abonnements und bei First-Party-Inhalten, denen ein Rückgang bei Drittanbieter-Inhalten gegenüberstand.
Microsoft erklärt das Wachstum ausdrücklich mit einem starken Vorjahresvergleich. Das Geschäftsjahr 2021 hatte vom Marktstart der Series-X|S-Generation und von erhöhter Nachfrage während der Pandemie-bedingten Aufenthalte zu Hause profitiert. Xbox Game Pass beschreibt der Bericht als Abodienst mit Zugriff auf eine kuratierte Bibliothek von über 100 First- und Third-Party-Titeln für Konsole und PC. Eine konkrete Abonnentenzahl weist das 10-K nicht aus.
Gaming im Segment More Personal Computing
Die Gaming-Erlöse fließen bei Microsoft in das Berichtssegment More Personal Computing, das daneben Windows, Geräte wie Surface sowie das Such- und Nachrichten-Werbegeschäft umfasst. Der Segmentumsatz legte im Geschäftsjahr 2022 um 5,6 Milliarden US-Dollar oder zehn Prozent zu. Innerhalb des Berichts erscheint Gaming als eigene Position in der Aufschlüsselung nach Produkten und Diensten und rangiert dort hinter den Cloud- und Office-Geschäften sowie Windows.
Im selben Berichtsjahr verwies Microsoft auf die noch nicht abgeschlossene Übernahme von Activision Blizzard, deren Finanzergebnisse zu diesem Zeitpunkt nicht in den Gaming-Zahlen enthalten waren. Wie stark die Sparte später vom Zukauf profitierte, zeigte sich erst nach dem Abschluss der Akquisition, als Activision Blizzard das Xbox-Geschäft spürbar stützte. Die im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossene Akquisition von Nuance Communications betraf dagegen andere Konzernbereiche. Die vollständigen Angaben finden sich im bei der SEC hinterlegten Form 10-K.
