Microsoft hat die Unterstützung von Visual Studio 2022 aus der Preview-Phase entlassen. Möglich macht das das am 11. März 2022 veröffentlichte March 2022 Game Development Kit. Das GDK-Setup installiert damit sämtliche Komponenten für die Konsolen- und PC-Entwicklung unter Visual Studio 2022, und niemand muss mehr auf eine als Vorschau gekennzeichnete Integration zurückgreifen. Laut Versionshinweisen handelt es sich um das dritte Update zur Hauptversion vom Oktober 2021.
Gleichzeitig macht Microsoft die Entwicklungsbeispiele des GDK öffentlich. Ab dieser Ausgabe liegen die Samples im Repository unter github.com/microsoft/Xbox-GDK-Samples bereit. Auch die Dokumentation ist nun frei zugänglich und über aka.ms/gamedevdocs erreichbar. Wer offline arbeitet, findet die Datei GDK.chm nach der Installation unter C:\Program Files (x86)\Microsoft GDK\Documentation.
Visual Studio 2022 ist jetzt regulär freigegeben
Die Toolchain rund um Visual Studio 2022 läuft jetzt regulär für beide Zielplattformen, Konsole und PC. Das spart Arbeit beim Aufsetzen neuer Build-Umgebungen, weil die nötigen Komponenten ohne separate Vorschauschritte über das GDK-Setup landen. Dass die Entwicklungsbeispiele in einem eigenen, öffentlichen GitHub-Repository liegen, hilft besonders Teams, die Referenzimplementierungen prüfen oder als Startpunkt für eigene Projekte verwenden. Inhalte, an die man früher nur eingeschränkt herankam, erreichen so einen größeren Kreis. Wer tiefer in die Werkzeuglandschaft rund um moderne Engines einsteigen will, findet bei der Unreal Engine 5.8 verwandte Ansätze.
Flat File Install, neue config-Pflichten und gestrichene Tools
Auf der PC-Seite kommt das Flat File Install hinzu. Die Funktion ordnet MSIXVC-Dateien nach der Installation so an, dass sich das Dateisystemverhalten zwischen losen Dateien und paketierten Abläufen wieder stärker einer klassischen Win32-Erfahrung nähert. Dazu gelten neue Vorgaben für die MicrosoftGame.config. Pflicht sind sie nur für Titel, die neu im March 2022 GDK angelegt werden; aus früheren GDK-Versionen portierte Projekte bleiben davon unberuehrt. Den Build Log Analyzer hat Microsoft aus dem Lieferumfang gestrichen. Wer die MSBuild-Leistung bewerten und optimieren will, wird auf einen Blogbeitrag des C++-Teams verwiesen. Im Netzwerkbereich der XSAPI gibt es mehrere Korrekturen, darunter Anpassungen an curl-Callbacks und einen besseren Schutz gegen NULL-Eingaben.