Intellivision Entertainment ohne Umsatz: SEC-Unterlage zeigt finanzielle Notlage vor Amico-Start

Intellivision Entertainment hat seit der Gründung 2018 keinen Umsatz erwirtschaftet und könnte nach eigenen Angaben nur noch bis Juli 2022 operativ bleiben. Das geht aus einer SEC-Unterlage hervor, die der Amico-Hersteller diese Woche auf seiner Website veröffentlicht hat. Mit dem Dokument versucht das Unternehmen, fünf Millionen Dollar einzusammeln, um die Entwicklung der Retro-Konsole fortzusetzen.

Die Unterlage listet die Risiken einer Investition auf. Manche Punkte sind erwartbar, etwa der Hinweis, ein Investment könne zum Totalverlust führen. Interessanter sind die Einblicke ins Geschäft selbst: Intellivision schreibt, es sei möglich, dass „die Intellivision Amico nie vollständig marktreif“ werde. Das Unternehmen habe „nur eine begrenzte Historie“, anhand derer sich Leistung und Zukunftsaussichten bewerten ließen, und seit Gründung durchgehend Verluste eingefahren.

Millionenschulden und wenige Monate Reichweite

Laut der Offenlegung hat Intellivision „erhebliche Schulden“, darunter 3,1 Millionen Dollar an ausstehenden Darlehen von eigenen Vorstandsmitgliedern. Kommt nur der Mindestbetrag von 10.000 Dollar aus der aktuellen Kampagne zusammen, reiche das Kapital nach eigener Aussage für „ein bis zwei Monate“ Betrieb. Bei vollen fünf Millionen Dollar käme das Unternehmen auf „etwa sieben bis neun Monate“. Zusätzlich hat Intellivision 1,35 Millionen Dollar als Vorauszahlung an den Elektronikzulieferer Ark Electronics USA geleistet, die wegen eines Vertragsstreits nun als gefährdet gelten.

Die Amico wurde im Oktober 2018 angekündigt und sollte ursprünglich im Oktober 2020 erscheinen. Seitdem verschob sich der Starttermin mehrfach. Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass Finanzchef Phil Adam als neuer CEO auf Tommy Tallarico folgt, der als Vorstandsmitglied und Präsident im Unternehmen bleibt. Adam hat zudem das frühere Versprechen kassiert, Spielepreise für die Amico bei zehn Dollar zu deckeln, und deutete an, auch die Konsole selbst könnte teurer werden als geplant.

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