Google hat die Google Glass Enterprise Edition eingestellt. Auf einer Hilfeseite mit häufig gestellten Fragen gibt der Konzern an, dass die für Geschäftskunden gedachte AR-Brille seit dem 15. März 2023 nicht mehr verkauft wird. Support soll es noch bis zum 15. September 2023 geben, danach können sich Kunden nicht mehr mit Serviceanfragen an Google wenden.
Softwareupdates soll es laut Golem auch bei Fehlern nicht mehr geben, die letzte Aktualisierung soll mindestens bis zum 1. April 2023 bereitstehen. Besitzer der Google Glass Enterprise Edition können ihre Brille auch nach dem Support-Ende weiter nutzen, dann allerdings nur mit der bis dahin installierten Software.
Meet on Glass verliert vorzeitig die Unterstützung
Eine Ausnahme bildet die vorinstallierte App Meet on Glass, die schon vorher nur noch bis zum 15. September 2023 unterstützt wird. Nach diesem Stichtag kann die Anwendung laut Google nicht mehr oder nur noch fehlerhaft funktionieren. Damit endet auch die Videokonferenz-Funktion, die für viele Enterprise-Kunden einer der praktischen Anwendungsfälle der Datenbrille im Arbeitsalltag war, etwa für Techniker mit beiden Händen am Gerät.
Vom gescheiterten Consumer-Produkt zur Nischenlösung
Die Enterprise Edition der Google Glass war Googles Versuch, das ursprüngliche Smart-Glass-Konzept zu retten. Die erste Version der Google Glass wurde bereits 2012 vorgestellt, 2014 kam eine Consumer-Version im Rahmen eines Betatests in den USA auf den Markt. Wegen mangelnder Nachfrage und erheblicher Datenschutzbedenken stellte Google den Verkauf jedoch bereits im Januar 2015 wieder ein. 2017 folgte die erste Version der Enterprise Edition für Geschäftskunden, 2019 das zweite und nun eingestellte Modell.
Mit dem Aus der Enterprise Edition verschwindet die Google Glass als aktives Produkt komplett vom Markt, nachdem schon die Consumer-Version Jahre zuvor gescheitert war. Für den weiteren Markt von Datenbrillen und Wearables bleibt die Google Glass dennoch als früher Referenzpunkt relevant, an dem sich spätere Generationen von AR-Brillen messen lassen mussten. Auch andere Hardwareprojekte aus dem Google-Umfeld, etwa der Titan Security Key für die Zwei-Faktor-Authentifizierung, zeigen, wie unterschiedlich der Konzern seine Hardwaresparte über die Jahre ausgerichtet hat, mit wechselndem kommerziellem Erfolg.
