Microsoft hat auf der Game Developers Conference in San Francisco am 21. März 2025 angekündigt, dass die Streaming-Technik Direct Capture für Xbox Cloud Gaming (Beta) auf nahezu den gesamten Spielekatalog ausgeweitet wurde. Direct Capture senkt laut Microsoft die Eingabelatenz je nach Titel um 16 bis 72 Millisekunden und richtet sich an Studios, die ihre Inhalte über das Cloud-Angebot ausspielen. Verantwortlich für den Entwicklerbeitrag zeichnet Harrison Hoffman, Principal Product Manager im Bereich Cloud Apps and Devices.
Vorgestellt wurde Direct Capture erstmals auf der GDC 2022. Die Technik greift das Videosignal direkt aus der Renderpipeline ab, statt es über zusätzliche Zwischenschritte zu führen. Mit der Ausweitung auf fast den kompletten Katalog ist die Latenzreduktion nicht mehr auf einzelne ausgewählte Titel beschränkt. Microsoft nennt weitere Maßnahmen zur Senkung der Verzögerung: Anpassungen an gerätespezifische Video-Decoder, den Einsatz von WebRTC für eine widerstandsfähigere Übertragung bei Paketverlusten, Optimierungen beim Buffering sowie den Ausbau zusätzlicher Serverstandorte. Auf derselben Konferenz drehten sich viele Sessions um Live-Service-Modelle, etwa der Vergleich der Unterschiede zwischen Mobile- und AAA-Titeln.
Eingabe und Reichweite für Studios
Für die Eingabe stehen Touch-Steuerungen über Overlays sowie über direkte Integrationen in das jeweilige Spiel bereit. Zusätzlich unterstützt Xbox Cloud Gaming eine breite Auswahl an Bluetooth-Controllern. Dazu zählen neben den Xbox-Controllern auch die DualSense- und DualShock-Modelle von PlayStation sowie der Switch Pro Controller von Nintendo. Damit erreicht Microsoft auch Endgeräte, die nicht zwingend über ein Xbox-Eingabegerät verfügen.
Marktabdeckung und Nutzung
Nach Angaben von Microsoft ist Xbox Cloud Gaming in 28 großen Märkten weltweit verfügbar. Zur Nutzung verweist der Konzern auf den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2024, in dem Spielerinnen und Spieler 140 Millionen Stunden Gameplay gestreamt haben. Die Kombination aus geringerer Latenz, flexibler Eingabe und breiter Marktabdeckung soll Studios den Weg zu einem größeren Publikum ohne lokale Hardware-Voraussetzungen öffnen.
