Microsoft hat zur Game Developers Conference am 21. März 2023 das ID@Xbox Developer Acceleration Program angekündigt. Das Angebot richtet sich an unterrepräsentierte Entwicklerinnen und Entwickler sowie an Teams aus Emerging Markets und stellt finanzielle Mittel sowie Beratung bereit, um Spiele auf die Xbox-Plattform zu bringen. Anders als bei klassischen Publishing-Deals verlangt das Programm weder Exklusivität noch eine Beteiligung am Studio.
Im Zentrum steht die Bezeichnung der Mittel als nicht rückzahlbar (non-recoupable). Die Förderung wird also nicht gegen spätere Einnahmen verrechnet und muss nicht zurückgezahlt werden. Microsoft adressiert mit dem Programm gezielt Studios, die von Personen aus den schwarzen, indigenen, lateinamerikanischen oder LGBTQIA+-Communitys geführt werden, dazu Entwicklerinnen, Teams mit Mitgliedern mit Behinderung sowie Indie-Studios mit Schwerpunkt auf Barrierefreiheit oder diverser Figurendarstellung. Die konkreten Konditionen werden laut Ankündigung nach Bedarf und Erfahrungsstand des jeweiligen Teams zugeschnitten.
Drei Säulen: Porting, Information und Prototypen
Das Programm gliedert sich in drei Bereiche. Die erste Säule ist die Portierungsförderung: Microsoft beteiligt sich an den Kosten, die bei einer Veröffentlichung über mehrere Plattformen anfallen. Diesen Ansatz hatte das ID@Xbox-Team bereits zuvor genutzt, um nach eigenen Angaben rund 100 aufstrebende unabhängige Studios bei den Portierungsaufwänden zu entlasten.
Die zweite Säule trägt den Namen Green Room und besteht aus monatlichen Webinaren. Behandelt werden der gesamte Lebenszyklus eines Spiels, Marketing, die Vorbereitung auf die Zertifizierung sowie branchenübliche Vorgehensweisen. Damit liegt der Fokus auf Wissensvermittlung statt auf reiner Finanzierung. Die dritte Säule ist ein Prototypen-Track, der zunächst als Pilot mit einer kleinen Zahl an Studios startet. Auch hier werden Mittel und Begleitung für die Erstellung von Prototypen bereitgestellt, ebenfalls auf nicht rückzahlbarer Basis.
Förderlogik ohne Bindung an Exklusivität oder Equity
Für kleinere Teams ist vor allem die Struktur der Zusagen relevant. Da Microsoft auf Rückzahlung, Exklusivität und Unternehmensanteile verzichtet, behalten die Studios die Kontrolle über ihre Projekte und können parallel auf weiteren Plattformen veröffentlichen. Für Teams aus Emerging Markets, die häufig nur eingeschränkten Zugang zu Risikokapital oder Publisher-Vorschüssen haben, senkt das die Hürde für einen Xbox-Release. Wer sich für das Programm interessiert, kann sich über die in der Ankündigung genannte Kontaktadresse melden. Wie sichtbar das Förderlabel über die Jahre wurde, zeigte sich später beim ID@Xbox Digital Showcase, der den geförderten Studios eine eigene Bühne gab.
