gamescom 2026: game-Verband fordert mehr Ambition für den Games-Standort

Der game, Verband der deutschen Games-Branche, hat am 5. August 2026 seine politische Erklärung zur gamescom 2026 veröffentlicht. Unter dem Titel „Lust auf Zukunft: Potenziale von Games nutzen“ fordert der Verband Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, die kulturelle, technologische und wirtschaftliche Bedeutung von Games stärker zu nutzen.

Die Erklärung erscheint wenige Wochen vor der gamescom und richtet sich nicht nur an die Games-Förderung. Sie verbindet Standortpolitik, Regulierung und gesellschaftliche Nutzung von Games. Damit nimmt der game auch Themen auf, die für Entwicklerstudios, Publisher, Bildungsanbieter und Technologiepartner über die Messe hinaus relevant sind.

Games als Kultur und Innovationsmotor

Nach Angaben des Verbands spielen rund sechs von zehn Menschen in Deutschland Computer- und Videospiele. Weltweit sind es mehr als drei Milliarden. Der globale Games-Umsatz liegt laut Erklärung bei über 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Games prägen damit nicht nur Unterhaltung, sondern auch Erzählformen, Gemeinschaften und kulturelle Debatten.

Der game verweist außerdem auf Technologien, die aus der Games-Entwicklung in andere Bereiche wirken. Dazu zählen 3D-Simulationen, Künstliche Intelligenz, Gamification und XR. Wer in der Games-Entwicklung führend ist, baut nach Einschätzung des Verbands deshalb auch Kompetenzen für Industrie, Bildung und Forschung auf.

Mehr Unterstützung für Produktion und Gründung

Im ersten Themenfeld fordert der game bessere Bedingungen für Gründung, Ansiedlung und Wachstum von Games-Unternehmen. Genannt werden spezifische Gründungs- und Produktionsförderung, leistungsfähige Infrastruktur, Ausbildung, die Einwanderung von Fachkräften, Games-Forschung und Standortkampagnen.

Als aktuell wichtigsten Baustein für Deutschland nennt die Erklärung die angekündigte steuerliche Games-Förderung nach internationalem Standard. Der Verband verlangt, dass diese Zusage umgesetzt wird. Für Studios ist dabei nicht nur die Höhe der Förderung wichtig, sondern auch Planbarkeit über mehrere Produktionsjahre hinweg.

USK, PEGI und IARC sollen gestärkt werden

Im zweiten Themenfeld wendet sich der game gegen zusätzliche, widersprüchliche Regulierung. Die bestehenden Systeme USK, PEGI und IARC seien auf Games zugeschnitten und böten Altersdifferenzierung, Transparenz und Orientierung für Familien. Eine weitere Regulierungsebene, etwa durch den Digital Fairness Act, könne dagegen Rechtsunsicherheit schaffen und Investitionen bremsen.

Die Forderung zielt damit nicht auf weniger Jugend- und Verbraucherschutz. Der Verband will bestehende Regeln konsequent anwenden und die spezialisierten Selbst- und Koregulierungsmodelle weiterentwickeln, statt parallele Vorgaben mit Überschneidungen aufzubauen.

Games für Bildung und Demokratie nutzen

Im dritten Themenfeld beschreibt die Erklärung Games als Werkzeug für digitale Bildung, Wissenschaft und demokratische Teilhabe. Der game verweist auf Studien, nach denen Spielende ein höheres Vertrauen in demokratische Institutionen zeigen und stärker zu gesellschaftlichem Engagement motivierbar sind als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Der Verband verbindet diese These mit einer offenen Games-Kultur, die Kreativität, Teamarbeit und Austausch fördern soll. Für die Praxis bedeutet das einen breiteren Blick auf Spiele, der neben dem Unterhaltungsprodukt auch Lernangebote, Simulationen, soziale Räume und kulturelle Projekte berücksichtigt.

gamescom 2026 startet Ende August

Die gamescom findet vom 26. bis 30. August 2026 in Köln statt. Fachbesuchende können bereits ab dem 24. August die Entwicklerkonferenz gamescom dev besuchen, für das breite Publikum beginnt die Veranstaltung am 25. August mit der Opening Night Live. Ein früherer Beitrag zum Besuch von Bundespräsident Steinmeier und der Eröffnung des gamescom congress ordnet den politischen Rahmen der Messe ein.

Politische Erklärung als PDF

Die vollständige Erklärung „Lust auf Zukunft: Potenziale von Games nutzen“ steht als PDF beim game zum Download bereit. Die gamescom wird gemeinsam von der Koelnmesse und dem game-Verband veranstaltet.

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