Microsoft krempelt das Geschäftsmodell hinter seinem Abo um. Xbox-Chef Phil Spencer hat am 23. Januar 2018 angekündigt, dass künftig alle neuen exklusiven Xbox-One-Titel der Microsoft Studios am Tag ihrer weltweiten Veröffentlichung im Abo landen sollen. Aus dem reinen Katalog älterer Spiele wird damit eine Vertriebsplattform für Neuerscheinungen. Genannt werden konkret „Sea of Thieves“, das parallel zum Verkaufsstart am 20. März aufgenommen wird, sowie die kommenden Titel „State of Decay 2“ und „Crackdown 3“. Auch künftige Ableger von Halo, Forza und Gears of War sollen dem Modell folgen. Wer den Stand des Diensts verfolgt, findet die Hintergründe beim Xbox Game Pass.
Vom Vollpreis zum Monatsbeitrag
Bisher refinanzierten sich teure Eigenproduktionen vor allem über den Einzelverkauf zum Vollpreis rund um den Launch. Genau hier setzt Microsoft an. Wer eine Neuerscheinung ab dem ersten Tag ins Abo legt, verschiebt das Geld weg vom verkauften Stück hin zu wiederkehrenden Einnahmen und zu einer Spielerbasis, die im System bleibt. In der Mitteilung beschreibt Spencer den Game Pass als Werkzeug, das Entwicklern und Publishern neue Möglichkeiten eröffnen soll. Festgehalten ist dort die Zusage, ab sofort alle neuen Xbox-One-Exklusivtitel der Microsoft Studios am Tag der globalen Veröffentlichung in das Abo zu nehmen. Für Microsoft ist das eine Wette: Höhere Abozahlen und eine größere aktive Spielerbasis sollen die wegfallenden Vollpreisverkäufe mehr als ausgleichen.
Sechs-Monats-Karte für den Handel
Parallel weitet Microsoft den Verkauf des Abos aus. Ab dem 20. März gibt es eine Sechs-Monats-Karte für 59,99 US-Dollar im Handel, unter anderem bei Partnern wie GameStop. Damit erreicht das Unternehmen auch Kundschaft, die Guthabenkarten lieber im Laden kauft, und kommt über den rein digitalen Zugang hinaus. Mit der Day-One-Zusage setzt sich Microsoft zugleich von der Konkurrenz ab, die exklusive Neuerscheinungen weiter klassisch einzeln verkauft. Der Vorteil für Abonnenten ist greifbar, denn der Vollpreis einer Neuerscheinung steckt schon im Monatsbeitrag. Ob die Rechnung aufgeht, zeigt sich an den Abonnentenzahlen und daran, wie lange die aufgenommenen Titel tatsächlich gespielt werden.
