Microsoft hat im Rahmen seiner Quartalsmitteilung am 22. Juli 2020 die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2020 (Stichtag 30. Juni 2020) veröffentlicht. Der Gesamtumsatz lag bei 38,0 Milliarden US-Dollar und stieg damit um 13 Prozent. Der Gaming-Umsatz legte um 1,3 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 64 Prozent zu. Treiber war das Geschäft mit Xbox Content und Services, dessen Erlöse um 1,2 Milliarden US-Dollar oder 65 Prozent wuchsen.
Den Anstieg bei Xbox Content und Services führt Microsoft auf ein Rekord-Engagement der Nutzerbasis zurück. Maßgeblich waren laut Unternehmen die Umsätze mit Drittanbieter-Titeln sowie die erhöhte Nutzung während der pandemiebedingten Ausgangsbeschränkungen. In konstanter Währung betrachtet lag das Plus sogar bei 68 Prozent. Auch der Umsatz mit Xbox-Hardware kletterte um 49 Prozent, was das Unternehmen mit einem höheren Absatzvolumen verkaufter Konsolen begründet.
Stay-at-home als Wachstumstreiber
Das Quartal fiel in eine Phase, in der weite Teile der Bevölkerung in den Kernmärkten zu Hause blieben. Die daraus resultierende Mehrnutzung von Spielen und Diensten schlug sich direkt in den Erlösen nieder. Das Segment More Personal Computing, dem das Gaming-Geschäft zugeordnet ist, profitierte zusätzlich von einer gestiegenen Nachfrage nach Windows-Geräten und Surface-Hardware. Innerhalb des Gaming-Geschäfts dominierte der Software- und Service-Anteil, die Hardware-Erlöse flankierten den Zuwachs.
Rekordquartal kurz vor dem Series-X/S-Start
Die Zahlen ergaben ein Rekordquartal kurz vor dem Generationswechsel der Konsolen. Microsoft bereitete zu diesem Zeitpunkt den Marktstart von Xbox Series X und Series S vor, der im November 2020 erfolgte. Das hohe Engagement im Schlussquartal des Fiskaljahres 2020 verschaffte dem Gaming-Geschäft eine Ausgangsbasis, von der aus die neue Hardware-Generation in den Markt eingeführt wurde. Der Anstieg bei Xbox-Hardware um 49 Prozent betraf dabei noch die auslaufende Konsolengeneration der Xbox One. Wie unterschiedlich sich das Xbox-Geschäft zwischen Konsolenrückgang und Plattform-Strategie seither entwickelt hat, zeigt der Vergleich mit späteren Quartalsberichten, in denen die Hardware-Erlöse deutlich nachgaben.