Das FFmpeg-Projekt veröffentlichte am 15. Februar 2016 FFmpeg 3.0 mit dem Codenamen Einstein. Die neue Hauptversion ergänzt mehr als 30 Filter, verbessert den nativen AAC-Encoder und bringt VP9-Hardwarebeschleunigung über DXVA2 und VA-API. FFmpeg bleibt damit eine zentrale Komponente für Videoverarbeitung, Streaming und technische Produktionsketten. Ein älterer Beitrag zur FFmpeg-Projektleitung dokumentiert die Entwicklung des Projekts im Jahr zuvor.
VP9-Decoding über DXVA2 und VA-API
Die offiziellen Release Notes führen die Hardwarebeschleunigung für Googles Videocodec VP9 als eine der sichtbaren Neuerungen auf. Je nach Plattform können DXVA2 und VA-API die Decodierung auf kompatible Grafikprozessoren auslagern. Für Entwickler von Video-Tools und Streaming-Anwendungen reduziert das die Last auf dem Hauptprozessor, sofern Treiber und Hardware die jeweilige Beschleunigung unterstützen.
AAC-Encoder nicht mehr experimentell
Der native FFmpeg-AAC-Encoder erhielt umfangreiche Verbesserungen und gilt mit Version 3.0 nicht mehr als experimentell. Gleichzeitig entfernte das Projekt die Unterstützung für libvo-aacenc und libaacplus. Anwendungen, die diese externen Encoder verwenden, müssen ihre Konfiguration beim Wechsel auf FFmpeg 3.0 prüfen.
FFmpeg 3.0 enthält außerdem zahlreiche neue Filter und viele Optimierungen auf Assemblerebene. Das Projekt weist ausdrücklich auf größere inkompatible Änderungen an API und ABI hin. Bibliotheken und Werkzeuge, die FFmpeg direkt einbinden, sollten deshalb vor dem Upgrade gegen die neue Version gebaut und getestet werden.
