Die DAK-Gesundheit hat eine neue Sonderauswertung zum Thema Streaming veröffentlicht und warnt vor „explodierenden“ Nutzungszeiten bei Jugendlichen. Ein ähnliches Ergebnis hatte die Krankenkasse ein Jahr zuvor bereits für den Bereich Gaming vermeldet. Die neuen Zahlen zeigen jedoch, dass sich die Gaming-Nutzung inzwischen wieder normalisiert.
Ende Juli 2020 hatte die DAK-Gesundheit gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine Teilauswertung einer Längsschnittstudie veröffentlicht. Damals war von einem „drastischen Anstieg“ der Spielzeiten während der Corona-Lockdowns die Rede, an Werktagen um bis zu 75 Prozent.
Streaming-Zeiten im Fokus, Gaming-Zahlen im Kleingedruckten
Die aktuelle Sonderauswertung dreht sich vor allem um Videostreaming. Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre streamen demnach werktags im Schnitt fast drei Stunden und am Wochenende fast vier Stunden, ein Anstieg von 45 Prozent bei der täglichen Nutzungsdauer. Unter Streaming fasst die Studie sowohl klassische VoD-Dienste wie Amazon Prime und Netflix als auch Plattformen wie YouTube zusammen. Die Nutzung des linearen Fernsehens bleibt in der Betrachtung unberücksichtigt, obwohl gerade sie laut JIM-Studie zugunsten von Streaming zurückgeht.
Weniger Beachtung in der Pressemitteilung findet ein anderer Teil der Auswertung: zwei neue Datenmessungen zur Gaming-Nutzung aus November 2020 und Mai 2021. Sie zeigen einen rückläufigen Trend, auch wenn das Niveau von vor der Pandemie noch nicht wieder erreicht ist.
Gaming-Nutzung sinkt wieder
Am Wochenende lag die Gaming-Nutzung im September 2019 bei 155 Minuten, stieg im November 2020 auf einen Höchstwert von 195 Minuten und sank bis Mai 2021 wieder auf 175 Minuten. An Werktagen kletterte der Wert von 83 Minuten im September 2019 auf ein Maximum von 132 Minuten im April 2020 und lag im Mai 2021 bei 109 Minuten. Neuere Daten aus dem Herbst 2021 hat die DAK nicht veröffentlicht.
Auch der Anteil der Kinder und Jugendlichen ohne oder mit nur unregelmäßiger Gaming-Nutzung wuchs zwischen September 2019 und Mai 2021 von 15,8 auf 20,3 Prozent.
