John Smedley, der frühere Präsident von Sony Online Entertainment, nannte im Juni 2018 finanzielle Interessen als möglichen Grund für Sonys damalige Crossplay-Blockade. In einem inzwischen gelöschten Beitrag auf X schrieb Smedley, der interne Grund während seiner Zeit bei Sony sei gewesen, dass Käufe auf einer Xbox nicht auf einer PlayStation genutzt werden sollten. Der zeitnahe Bericht von IGN dokumentierte die Aussage und verlinkte den ursprünglichen Status.
Die Aussage ist eine persönliche Einschätzung eines ehemaligen Sony-Managers und keine offizielle Begründung des Konzerns. Sie bezog sich auf die Debatte rund um Fortnite, nachdem die Switch-Version des Spiels gestartet war. Spieler, deren Epic-Konto zuvor mit der PlayStation 4 verbunden war, konnten es nicht ohne Weiteres auf der Nintendo-Konsole nutzen. Auf Xbox One und PC war der Plattformwechsel mit den dort unterstützten Konten möglich.
Sonys offizielle Erklärung
Sony hatte die fehlende Freigabe für Crossplay bereits 2017 gegenüber Eurogamer begründet. Jim Ryan, damals für den weltweiten Vertrieb und das Marketing von PlayStation verantwortlich, verwies auf die Verantwortung gegenüber der eigenen Nutzerbasis und auf mögliche externe Einflüsse. Eine finanzielle Begründung bestätigte Sony damit nicht.
Für Entwickler und Publisher hatte die Entscheidung konkrete Folgen. Ein gemeinsames Konto musste mehrere Plattformregeln berücksichtigen, während Käufe und Fortschritte nicht überall übertragen werden konnten. Das erhöhte den technischen und kommunikativen Aufwand für Spiele mit dauerhaftem Onlinebetrieb. Die Fortnite-Strategie von Epic Games war bereits zuvor auf eine große, plattformübergreifende Spielerschaft ausgerichtet.
Crossplay bleibt eine Geschäftsentscheidung
Technisch war Crossplay zwischen Konsolen, PC und mobilen Plattformen schon damals möglich. Die Diskussion drehte sich deshalb vor allem um Konten, Umsatzanteile, Sicherheitsregeln und die Kontrolle über die eigene Plattform. Smedleys Aussage lieferte einen Einblick in eine mögliche interne Motivation, belegte aber nicht, dass sie 2018 noch die offizielle Position von Sony war.
Die Crossplay-Debatte zeigte damit einen Konflikt zwischen dem geschlossenen Plattformmodell und den Anforderungen moderner Live-Spiele. Für Studios bedeutete jede zusätzliche Plattform mehr Reichweite, aber auch weitere Vorgaben bei Accounts, Käufen und Moderation. Genau diese Fragen machten die Freigabe durch alle beteiligten Plattformbetreiber zu einer wirtschaftlichen und nicht nur technischen Entscheidung.
