Meta hat auf der Connect 2025 die Early-Access-Phase von Horizon Hyperscape Capture am 17. September 2025 angekündigt. Die Anwendung erlaubt es, mit einer Meta Quest 3 oder Quest 3S einen realen Raum zu scannen und ihn als fotorealistische, begehbare VR-Umgebung nachzubilden. Technische Grundlage ist Gaussian Splatting in Kombination mit Cloud-Rendering und Streaming, das Meta bereits 2024 als Hyperscape-Demo mit vorgefertigten Szenen vorgestellt hatte. Mit Capture wandert die Erfassung erstmals in die Hände der Endanwender.
Erfassung in drei Schritten
Der Aufnahmevorgang gliedert sich in mehrere Phasen. Zunächst erfasst das Headset durch ein Schwenken des Kopfes in rund 30 Sekunden ein grobes 3D-Mesh des Raums. Anschließend läuft man fünf bis zehn Minuten durch die Umgebung, um Details aus verschiedenen Blickwinkeln einzufangen. Die rechenintensive Aufbereitung findet danach serverseitig in Metas Cloud statt und dauert je nach Größe der Szene zwischen einer und acht Stunden. Roh-Scandateien stehen dabei nicht zur Verfügung, die Verarbeitung bleibt vollständig auf Metas Infrastruktur. Voraussetzung ist zum Start die Horizon-OS-Version v81, die zunächst über den Public-Test-Channel bereitsteht.
Eigene Welten statt fertiger Demos
Anders als die ursprüngliche Hyperscape-Demo erzeugt Capture keine ausschließlich app-internen Cloud-Renderings mehr, sondern eigene Hyperscape-Welten innerhalb von Horizon Worlds. Die initiale Verarbeitung erfolgt weiterhin in der Cloud, gerendert werden die fertigen Welten dann on-device über die neue Horizon Engine, die auch das überarbeitete Immersive Home antreibt. Für die Spieleentwicklung ist der Ansatz interessant, weil sich mit Gaussian-Splatting-Verfahren reale Schauplätze schnell digitalisieren und in Environment-Pipelines weiterverwenden lassen könnten. Wie eng Meta die Hardware mit dem Xbox-Ökosystem verzahnt, zeigte sich zuletzt bei der Cloud- und Streaming-Strategie rund um das Mai-Update. Eine Multiplayer-Funktion, mit der sich Freunde als Meta-Avatare in erfasste Welten einladen lassen, kündigte Meta für einen späteren Zeitpunkt an. Die Beta startet zunächst in den USA, weitere Märkte sollen folgen.
