Codename Keystone: Microsoft bestätigt Xbox-Cloud-Gerät und verschiebt aktuelle Version

Microsoft hat die Arbeit an einem eigenständigen Gerät für Xbox Cloud Gaming bestätigt, zugleich aber die aktuelle Version des Projekts zurückgestellt. Ein Bericht von Ars Technica vom 27. Mai 2022 zitiert eine Microsoft-Stellungnahme zum internen Codenamen Keystone und zur Neuausrichtung der Hardware.

Keystone sollte an einen Fernseher oder Monitor angeschlossen werden und Spiele aus der Cloud ohne eine Xbox-Konsole ausführen. Microsoft nannte weder einen Preis noch einen Termin. Die Entscheidung betraf ausdrücklich die damalige Geräteversion, nicht das grundsätzliche Ziel, Xbox Cloud Gaming auf weitere Endgeräte zu bringen. Der Dienst ist weiterhin über die offizielle Xbox-Cloud-Gaming-Seite zugänglich.

Microsoft sucht eine neue Hardware-Basis

Die Stellungnahme beschreibt eine typische Produktkorrektur während der Entwicklung. Microsoft wollte Erkenntnisse aus der bisherigen Hardware in einen neuen Ansatz überführen und den Zugang zu Cloud Gaming für mehr Menschen öffnen. Damit blieb das Projekt strategisch relevant, obwohl der konkrete Dongle nicht in der damals geplanten Form auf den Markt kam.

Ein Streaming-Gerät hätte die Einstiegshürde für Nutzer gesenkt, die keinen Kauf einer Konsole planen. Für Microsoft wäre es zugleich eine weitere Plattform mit eigenen Anforderungen an Benutzeroberfläche, Netzwerk, Controller-Unterstützung und Kundendienst gewesen. Die Qualität der Streaming-Verbindung und die Kosten für die Hardware wären dabei ebenso wichtig wie der Zugriff auf den Game Pass.

Cloud Gaming bleibt vom Gerätestatus unabhängig

Die Keystone-Meldung änderte nichts an Microsofts Multi-Device-Strategie. Xbox Cloud Gaming sollte auf Konsolen, Computern, Mobilgeräten und kompatiblen Fernsehern verfügbar werden. Für Entwickler bedeutet das zusätzliche Anforderungen an Eingabelatenz, Skalierung und die Darstellung auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen. Ein älterer Beitrag zu Xbox Game Pass und EA Play zeigt die Verbindung zwischen Abonnementangeboten und dem Plattformzugang.

Ein konkretes Keystone-Produkt, ein Verkaufsstart oder ein Preis wurden 2022 nicht angekündigt. Die belastbare Aussage lautet deshalb: Microsoft hatte an einem Cloud-Streaming-Gerät gearbeitet und die damalige Ausführung zugunsten eines neuen Ansatzes aufgegeben. Alles darüber hinaus blieb zu diesem Zeitpunkt offen.

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