Der Berliner Senat erkannte E-Sport Anfang 2016 nicht als Sport an. In der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses vom 28. Januar erklärte der damalige Innensenator Frank Henkel, E-Sport sei nach den geltenden Richtlinien nicht als Sport anerkannt. Die Aussage ist im offiziellen Plenarprotokoll dokumentiert.
Visa-Frage rund um League of Legends
Auslöser der Aussprache war die Frage, warum E-Sportler kein Visum zur Teilnahme an einer in Berlin geplanten League-of-Legends-Veranstaltung erhalten hatten. Zudem ging es darum, ob die Berliner Verwaltung Riot Games beim Umzug nach Berlin unterstützen könne. Die Debatte fiel damit in eine Phase, in der internationale E-Sport-Veranstaltungen und professionelle Teams stärker als Standortfaktor wahrgenommen wurden.
Im Protokoll verwies Henkel auf die damalige Rechtslage und stellte klar, dass der angesprochene E-Sport nicht als Sport gelte. Eine besondere sportrechtliche Behandlung der Spieler war damit nicht gegeben. Die Frage berührte deshalb sowohl die Einreise zu einem konkreten Wettbewerb als auch die grundsätzliche Anerkennung professioneller E-Sport-Strukturen.
Berlin als früher E-Sport-Standort
Die parlamentarische Debatte zeigt, dass die rechtliche Einordnung bereits vor dem weiteren Wachstum des europäischen Wettbewerbsbetriebs zum praktischen Thema wurde. In denselben Monaten rückte Berlin auch durch neue Organisations- und Veranstaltungspläne in den Blickpunkt, darunter der Einstieg von Schalke 04 in League of Legends.
